März 26

Die Vorhersage von A bis Z

Die IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services), ein Gruppe aus 550 Wissenschaftlern aus 100 Ländern und quasi eine Art „Rat für Biodiversität“, hat eine Untersuchung zum Thema Biodiverität vorgelegt, die auch einen Ausblick beinhaltet, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

The Americas (Nord- & Südamerika)

Hier liegen die wahren Schmankerln in der Vergangenheit:

  • 95% der Prärielandschaften in Agrarland verwandelt
  • obwohl sie nur 13% der Weltbevölkerung stellen verbrauchen sie 40% der Leistung des Ökosystems unseres Planeten
  • 66%-88% der Tropenwälder und 17% des Regenwaldes wurden sein der Europäischen Besiedlung entweder zerstört oder „domestiziert“
  • mehr als 50% der US-Amerikanischen Feuchtgebiete zerstört
  • uvm.

Der Ausblick:

  • 20% Bevölkerungswachstum bis 2050
  • 100% Wirtschaftswachstum (GDP) bis 2050, was den Verlust der Biodiversität beschleunigen wird
  • 40% weniger Biodiversity (Artenvielfalt) bis 2050

Afrika

  • Mehr als 50% der Afrikanischen Vögel- und Säugetierarten werden bis 2100 verloren sein.
  • „Produktivität“ der Seen geht um 20-30% bis 2100 zurück
  • Bevölkerung verdoppelt sich etwa auf 2,5 Milliarden Menschen bis 2050, davon werden mehr als die Hälfte in Städtischen Umgebungen leben (2003 waren es noch 39%)

Asien/Pazifik

  • Rückgang der nutzbaren Fischbestände bis 2048 auf Null (0, zero, nada, nüscht mehr über)
  • 90% der Korallenriffe werden 2050 massiv beschädigt sein, selbst wenn nur die positiven Klimavorhersagen eintreffen
  • 24% der Säugetiere und 29% der Vogelarten werden in den nächsten Dekaden aussterben, derzeit sind schon 37% der Aquatischen Lebensformen sowie 25% aller endemischen Arten vom Aussterben bedroht.
  • Ca. 45% aller Lebensräume und Arten gehen bis 2050 verloren

Europa / Zentralasien

Das ist etwas komplexer (bzw. wir sind schon weiter), daher eine Mischung aus Status und Vorhersage:

  • Rückgang der Fischarten um 70% im letzten Jahrzehnt
  • Rückgang Amphibischer Arten um 60% im letzten Jahrzehnt
  • 37% der Süßwasserfischarten vom Aussterben bedroht (Westeuropa)
  • Vielfalt der Agrarprodukt ist seit 1950 um 20% zurückgegangen
  • 51% der Feuchtgebiete in West- und Zentraleuropa wurden sein 1970 vernichtet
  • Die Bodenerosion in der EU beträgt 25%, was zusammen mit der geringeren Verfügbarkeit von Biomasse im Boden die Produktion von Nahrungsmitteln gefährden kann

Dazu passt:

  • In Zentraleuropa verbraucht jeder Mensch Naturkapazität* von 3,6ha (36.000m²), pro Nase gibt es aber nur 2,1ha
  • In Osteuropa verbraucht jeder Mensch Naturkapazität* von 4,8ha (48.000m²), pro Nase gibt es derzeit 5,3ha (Jay!)
  • In Zentralasien verbraucht jeder Mensch Naturkapazität* von 3,4ha (34.000m²), pro Nase gibt es hier sogar nur 1,7ha

 

Alles in allem eine Runde Sache. Den Bericht, aus dem die Zahlen stammen, habe ich hier als PDF, hier ist die Webseite der IPBES dazu und hier der Artikel in der taz, der mich inspiriert hat (und die sich die Mühe gemacht haben, in dem Bericht auch was positives zu finden, was dann doch sehr bemüht wirkt)

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Start in die Woche!

(*) Mit Naturkapazität ist der Ökologische Fußabdruck gemeint, laut Wikipedia: „Unter dem ökologischen Fußabdruck (auch englisch Ecological Footprint) wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter den heutigen Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Er wird als Nachhaltigkeitsindikator bezeichnet. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie benötigt werden, aber z. B. auch zur Entsorgung von Müll oder zum Binden des durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Kohlenstoffdioxids.

Januar 30

Fat-Cat-Day & Bonis für die Elite.

Das Konzept des Fat-Cat-Days kannte ich noch gar nicht. Erfunden bzw. erdacht von einem britischen Think-Tank ist es der Tag im Jahr, an dem ein Vorstandschef so viel Geld verdient hat, wie ein durchschnittlicher britischer Vollzeitbeschäftigter im ganzen Jahr. Dieses Jahr war es der vierte Januar. Da hatten die fleißigen Bienen aus der Chefetage etwa 33.000€ „erwirtschaftet“. Wenn man den Neujahrstag noch abzieht, haben sie dafür knallharte drei Tage gebuckelt. Setzt man 12 Stunden am Tag an (höhöhö… als ob…), dann macht das abzüglich Mittagspausen einen guten Tausender die Stunde. Bestimmt gerechtfertigt. In Österreich ist das laut Standard deutlich besser, hier müssen die Cheffinenzen sich anstrengende sechs Arbeitstage reinknien – alles Kandidaten für die Hackler-Regelung. Details zum Thema Fat-Cat-Day gibt’s in einem Artikel des Standards.

Wo wir grade beim Thema sind: Die Deutsche Bank hat ihren Bankstern für 2017 mehr als eine Milliarde Euro Bonis gezahlt. Im Grunde nicht viel, das können 1250 Supermarkt-Verkäuferinnen auch gemeinsam beiseite legen. Wenn Sie 46 Jahre jedes Jahr 220 Tage â acht Stunden arbeiten gehen. Und ihre geschätzten 10 Euro pro Stunde immer komplett auf die Bank bringen. Das Ganze ist auch eigentlich nur deshalb in die Presse gekommen, weil die Deutsche Bank letztes Jahr Verluste gemacht hat und dennoch die Bonis von 500Mio auf über eine Milliarde angehoben hat. 2015 waren es allerdings stolze 2,4 Milliarden Euro, das wird die Herren über das Gröbste hinweggetröstet und geholfen haben, die harte Zeit zu überstehen.

Begündung der Bankster war, da würden „die besten Leute gehen“, wenn sie nicht gezahlt hätten. Sie haben mit diesen „besten Leuten“ allerdings Verluste gemacht, in anderen Branchen würden einige Leute da vielleicht eine Diskrepanz sehen, aber Bankster haben sich ja noch nie für Logik oder Verhältnismäßigkeit interessiert. Wenn meine Gelddruckmaschine Verluste machen würde, würde ich ja denken, dass die besten Leute wohl schon letztes Jahr gegangen sind…

Quelle u.a. der ORF

Zum Abschluss noch folgendes „Werbeplakat“ einer Künstlergruppe, dass mich an den Wahlkampf die letzten Wochen und diese Geschichten denken lässt:

Es handelt sich anscheinend bei diesen Postern um eine Aktion der Künstlergruppe Dies Irae (Fakebook-Link), hier gibts mehr von Ihnen.

Katgeorie:Kapitalismus stinkt, Raunzerei, Wirtschaft | Kommentare deaktiviert für Fat-Cat-Day & Bonis für die Elite.