März 28

Schule für Hasskommentare

Ist ja auch alles nicht so einfach.

„Ich schreibe Kommentare.“

„Für die Nachrichten?“, fragt Peter. „Du bist Journalistin?“

„Nein“, sagte Melissa. „Ich schreibe Kommentare unter Videos, Fotos, Blogbeiträge, Meldungen.“

„Du bist ein Troll?“

„Nein. Trolle sind Idioten, die versuchen, Diskussionen kaputtzumachen. Sie tun das, weil es ihnen auf kranke Art Spaß bereitet. Mir macht das Kommentieren keinen Spaß. Ich verdiene damit mein Geld. Ich bin Meinungsmacherin“

„Und welche politische Meinung vertrittst Du?“

„Eine eigene politische Meinung kann ich mir nicht leisten. Ich nehme, was kommt. Am liebsten kommentiere ich aber für Kampagnen rechtsradikaler Auftraggeber.“

„Warum das denn?“, fragt Peter entsetzt.

„Ich werde pro Kommentar bezahlt, und rechte Kommentare schreiben sich schneller, weil man nicht auf so nervigen Kram wie Orthographie, Grammatik, Fakten und Logik Rücksicht nehmen muss. Auch die Programmierung meiner Bot-Armee wird dadurch leichter.“Marc-Uwe Kling, 'Qualityland'

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März 5

Musike am Montag: Ezé Wendtoin – Sei Wachsam

Coole Nummer. Weil’s wichtig ist, hier die Original-Links aus dem Posting:

Ezé Wendtoin (Achtung! Fakebook-Link, Anm. d. Red.) hat den Song „Sei wachsam“ von Reinhard Mey neu interpretiert. Das Video dazu haben wir in seiner Heimatstadt Ouagadougou gedreht.
Eigentlich wohnt er aber in Dresden und macht gerade seinen Master in Germanistik.

Sämtliche Einnahmen von Spotify, Amazon und iTunes (s.u.) kommen unserem Schulprojekt in Burkina Faso zu Gute:
https://www.facebook.com/FondationWarcEnCiel/ (Achtung! Fakebook-Link, Anm. d. Red.)

Spotify:
https://open.spotify.com/album/2WKvzJEnyAabOCvgLK5spu…
iTunes:
https://itunes.apple.com/de/album/sei-wachsam/1350838646…
Amazon:
https://www.amazon.de/…/ref=cm_sw_em_r_mt_dp_U_-E7JAb211XD1C

Just People (Achtung! Fakebook-Link!)
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März 2

Video: Wie rechte Aktivisten Social-Media-Debatten manipulieren

Kontraste hat einen schönen Beitrag zum Thema rechte Interntetz-„Aktivisten“ gebracht, wo sie, ein bisschen oberflächlich leider, zeigen, wie die Nazis im Internetz hetzen und Stimmung machen. Was auch schon an anderer Stelle gezeigt wurde, wird auch hier thematisiert, nämlich dass sich überwiegend Rechte verabreden, um mittels multipler Accounts in sozialen Medien gezielt Stimmung zu machen, Ich finde das gerade im Angesicht der NoBillag-Kampagne in der Schweiz und den Angriffen der Österreichischen Nazis gegen den ORF besonders wichtig, mal zu sehen, wie toll so Social-Media als Nachrichtenquelle funktioniert. Nämlich gar nicht. Sieben Minuten, die sich lohnen.

Video-Seite der ARD

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Februar 27

Musike am Montag: DTH – Liebeslied

OK, ist schon Dienstag, aber Fuck, Punk hat kein MHD 😀 Außerdem habe ich das Lied grade wiederentdeckt und höre es im Loop, die Lautstärke bis 11 aufgerissen.

1987 auf dem Album „Bis Zum Bitteren Ende“ erschienen und aktueller den je.

Es war so schnell, wie alles begann,
ein fliegender Stein als Kampfsignal.
Auf einmal war die Hölle los,
ein Wechselbad zwischen Angriff und Flucht.
Wasserwerfer peitschen Dich,
Tränengas beißt im Gesicht.
Schaufensterscheiben, nur noch Splitter aus Glas,
Wagen völlig ausgebrannt.
Befehl an alle: „Bleibt besser klug!
Schließt Euch ein, macht die Augen zu!“

Und aus dem Radio kommt ein Liebeslied.
Und in der Fernsehshow bringen sie ein Liebeslied.

Vor Deiner Tür, in Deinem Ort
ist Gerechtigkeit nur ein Wort.
Befehl an alle: „Bleibt besser klug!
Schließt Euch ein, macht die Augen zu!“

Und aus dem Radio kommt ein Liebeslied.
Und in der Fernsehshow bringen sie ein Liebeslied.
Und aus dem Radio kommt ein Liebeslied.
Und in der Fernsehshow bringen sie ein Liebeslied.

Die Sonne scheint am Morgen danach,
wie ein Kuss beginnt der Tag.
Der Kaffee ist gut, die Zeitung frisch,
zählt die Opfer am Frühstückstisch.

Und aus dem Radio kommt ein Liebeslied.
Und in der Fernsehshow bringen sie ein Liebeslied.
Und aus dem Radio kommt ein Liebeslied.
Und in der Fernsehshow bringen sie ein Liebeslied.
Und aus dem Radio kommt ein Liebeslied.
Und in der Fernsehshow bringen sie unser Lied.

Die Toten Hosen
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Januar 25

Burschiball blockieren!

Man muss immer Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.Elie Wiesel
Achtung! Link geht zu Fakebook!
In the End, we will remember not the words of our enemies, but the silence of our friends.Martin Luther King, Jr.

Freitag, 26.01.2018, 17 Uhr, Universitätsring 1, 1010 Wien (Schottentor). Kommt alle, seid friedlich. Die Rennleitung versucht im Vorfeld, eine besonders aggressive Stimmung herbeizureden, um ihr eigenes Aufgebot zu rechtfertigen und vermutlich auch, um vor der Wahl am Sonntag in Niederösterreich dem rechten Gelumpe ein paar „G20-Bilder“ zu verschaffen, damit die besorgten Bürger dann auch das Kreuz ganz rechts machen. Über die Phantastereien der Polizei Wien hat wenigstens FM4 recht neutral berichtet, aber die Idiotenpresse aka Gratiszeitungen & Krone haben brav die Ängste vor den Linken geschürt, während dessen Nazigesindel aus dem Umland ungestört in die Hofburg gekarrt wird.

In diesem Sinne: Barista, Barista, Antifascista!

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Januar 9

Sehenswerter Vortrag vom Zentrum für politische Schönheit auf dem 34C3

Tiger, Drucker und ein Mahnmal

Neues vom Zentrum für Politische Schönheit

„Flüchtlingsfressende Tiger in Berlin, zum Diktatorensturz aufrufende Flugblätter in Istanbul und ein Mahnmal das den Rechtsextremisten Björn Höcker in seinem Thüringer Dorf heimsucht: Viel ist geschehen, seit das Zentrum für Politische Schönheit vor 3 Jahren auf dem Kongress gesprochen hat. Grund genug mal wieder Bericht zu erstatten, aus dem Nähkästchen zu plaudern und unveröffentlichtes Material mit euch zu begutachten. Aber Vorsicht: das ZPS ist die einzige Organisation die von Björn Höcke das Gütesiegel „terroristische Vereinigung“ verliehen bekommen hat. Es könnte also lustig werden.“Text auf media.ccc.de zum Video

Wirklich sehenswerter Vortrag vom ZPS (habe erst vor kurzen was von denen gehabt), die meiner Meinung nach Eier aus Stahl haben müssen.  Eine Stunde, die sich lohnt.

„Wir machen Stress. Wir sammeln keine harmlosen Unterschriften. Wir machen Leuten, die an Menschenrechtsverletzungen verdienen, das Leben zur Hölle.“Stefan Pelzer, CEO (Chief Escalation Officer)

Hier geht’s zum Zentrum für Politische Schönheit – Dort könnt Ihr auch „Komplize“ werden. Zitat: „Sie erhalten nirgendwo so viel Aufruhr und Dissens für jeden gespendeten Euro wie bei uns.“ – Ich denke, der Vortrag oben zeigt das auch sehr schön 🙂

Update: Ich habe jetzt die YouTube-Version des Videos eingebunden. Schöner hätte ich zwar den direkten Link auf media.ccc.de gefunden, allerdings verhindert irgendein Paranoia-Rotz, dass das Video im Internetz Entdecker von Micro$oft zu sehen ist. Jetzt kann man natürlich mit „Wer nutzt den schon“ und „Geschieht denen ganz recht“ und so weiter argumentieren, aber ich habe gerade die Schnauze voll von solchen Spielchen. Also: Wer nicht bei YouTube schauen will, findet hier den politisch korrekten Link, allen anderen wird’s egal sein.

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Januar 5

Journalismus ist nicht ganz tot!

Der stets zum Gruß erhobene rechte Arm der CDU, auch bekannt als CSU, hat ja schon kurz nach der letzten Wahl festgestellt, dass sie „die rechte Flanke schließen müssen“ (im Video ca. bei 1:20) (hat auch so ein Otto von der CDU gesagt, aber den kennt ja auch wieder keiner).

Nun hat der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt diese Idee wieder aufgegriffen und zur „konservativen Revolution“ aufgerufen. Längerer Artikel zum Thema im Kraftfuttermischwerk, hier nur das darauf folgende Interview von Marietta Slomka mit Dobrindt, der (wie die meisten Nazis auch) wirkt, als wäre er mit dem kurzen Bus zur Schule gefahren worden:

Schönes Ding, ich mag es ja, wenn Kartoffeln vorgeführt werden, auch wenn ich im Allgemeinen nicht glaube, dass es Sinn hat, mit Nazis zu reden, so halte ich es dennoch für gut, wenn weiterhin versucht wird, ihre Tumbheit öffentlich zu machen.

In diesem Sinne: Barista, Barista, Anitfascista!

Archivierte Links
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November 27

Bernd Höcke bekommt sein eigenes Holocaust-Mahnmal

(c)

Die Leute vom Zentrum für politische Schönheit haben dem Nazi Bernd Höcke sein persönliches Mahnmal vor die Bude gebaut. In Bornhagen/Thüringen. Da haben die Nazis von den Antworten für Dumme über 20% bekommen bei der letzten Wahl. Kann man mal machen. Spiegel.tv hat einen kurzen Bericht darüber gemacht, den ich Euch nicht vorenthalten möchte, damit Ihr Euch mal ein Bild davon machen könnt, wie es im wilden Osten so zugeht.

Auslöser war diese Rede von Bernd (ich habe den Link zur passenden Stelle gesetzt, niemand sollte sich dieses Subjekt länger als nötig anhören müssen, wird aber auch in dem Video von Spiegel.tv gezeigt), in der er das Holocaust-Denkmal in Berlin „ein Denkmal der Schande“ nennt. Natürlich hat er das nicht so gemeint, wie es klingen kann etc. etc., aber das Ganze ist, wie so vieles andere auch bei der AfD, ein bewusster Tabubruch, um die Grenzen des Sagbaren zu erweitern und bei seinem Gefolge auch entsprechend angekommen. So geht es oft, die Nazis feiern sich, während die Normalen noch über Satzzeichen und Interpretationsmöglichkeiten diskutieren und sich verzetteln, anstatt dem Gelumpe die Grenzen aufzuzeigen.

Webseite der Aktion: https://deine-stele.de/ mit allen Detailinformationen und Mitmachspass.

Update. Da das erste Video von SpiegelTV verschwunden ist, habe ich eine andere Version davon herausgesucht. Ich hoffe, die hält etwas länger.

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September 1

Wahlwerbung: Die Partei!

Für den Inhalt der Wahlwerbung sind die jeweiligen Parteien verantwortlich, wobei die Partei „Die Partei“ die einzige Werbung macht, die ich wirklich sehen will. Das gilt besonders für die Arschkrampen von den „Faschistoiden Populisten Österreichs (FPÖ)“, die mich seit kurzem mit ihren Angst-und-Hass-Wahlwerbespots für die geistig Armen auf YouTube nerven. Das ist die selbe braune Scheiße, wie sie von der deutschen Partei „Antworten für Dumme (AfD)“ propagiert wird.

Allen, die jetzt sagen „Naja, an der FPÖ/AfD/NPD ist ja nicht alles schlecht“ oder „Nicht alle FPÖ-Wähler sind schlecht, da sind ja auch normale Leute dabei“ etc. und „Nazis boxen ist auch keine Lösung, man muss mit denen reden und sie überzeugen“, denen möchte ich diesen Text von Wiglaf Droste um die Ohren schlagen:

[…] Alle Welt sucht das Gespräch mit Rechtsradikalen. Warum? Haben sie einem etwas zu sagen? Ist nicht hinlänglich bekannt, was sie denken, fordern und propagieren? Wo liegt der beschworene aufklärerische Wert, wenn Henryk Broder in der `tageszeitung‘ Franz Schönhuber interviewt?

Muß man an jeder Mülltonne schnuppern? Niemand wählt Nazis oder wird einer, weil er sich über deren Ziele täuscht, – das Gegenteil ist der Fall; Nazis sind Nazis, weil sie welche sein wollen. Eine der unangenehmsten deutschen Eigenschaften, das triefende Mitleid mit sich selbst und den eigenen Landsleuten, aber macht aus solchen Irrläufern der Evolution arme Verführte, ihrem Wesen nach gut, nur eben ein bißchen labil etc., „Menschen“ jedenfalls, so Heinz Eggert, „um die wir kämpfen müssen“.

Warum? Das Schicksal von Nazis ist mir komplett gleichgültig; ob sie hungern, frieren, bettnässen, schlecht träumen usw. geht mich nichts an. Was mich an ihnen interessiert, ist nur eins: daß man sie hindert, das zu tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht hindert: die bedrohen und nach Möglichkeit umbringen, die nicht in ihre Zigarettenschachtelwelt passen. Ob man sie dafür einsperrt oder sie dafür auf den Obduktionstisch gelegt werden müssen, ist mir gleich, und wer vom Lager (für andere) träumt, kann gerne selbst hinein.

Dort, in der deutschen Baracke, dürfen dann Leute wie Rainer Langhans, Wolfgang Niedecken und Christiane Ostrowski zu Besuch kommen und nach Herzenslust mit denen plaudern, zu denen es sie zieht.

Den Rest der Zeit werden die Berufsdeutschen ein wenig gequält: Verordneter Antifaschismus all night long! Fritz Teppisch spricht nicht unter drei Stunden! Aus den Lautsprechern dröhnt verjüdelte Negermusik! Pflichtlektüre: die schlechtesten Satiren von Ephraim Kishon! Rechte Winkel und Viervierteltakt sind bei Strafe verboten, die Haare werden nicht mehr geschnitten. Abends Talkshow mit Henryk Broder und Lea Rosh – es herrscht Teilnahmspflicht. Und dann geht es ruckzuck ohne Nachtisch ins Bett – zu Mister Long Dong Silver. So geht das.

Verbaler Antifaschismus ist Käse. Militant soll er sein, vor allem aber erfolgreich. Wenn sich dabei herausstellen sollte, daß es sich gegen 50, 60, 70, 80 oder 90 Prozent des deutschen Volkes richtet,
dann ist das eben so. Wo Nazis `demokratisch‘ gewählt werden können, muß man sie nicht demokratisch bekämpfen.Wiglaf Droste - Mit Nazis reden

Kann man sich (teilweise) auch von ihm auf YouTube vorlesen lassen.

 

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