März 28

Schule für Hasskommentare

Ist ja auch alles nicht so einfach.

„Ich schreibe Kommentare.“

„Für die Nachrichten?“, fragt Peter. „Du bist Journalistin?“

„Nein“, sagte Melissa. „Ich schreibe Kommentare unter Videos, Fotos, Blogbeiträge, Meldungen.“

„Du bist ein Troll?“

„Nein. Trolle sind Idioten, die versuchen, Diskussionen kaputtzumachen. Sie tun das, weil es ihnen auf kranke Art Spaß bereitet. Mir macht das Kommentieren keinen Spaß. Ich verdiene damit mein Geld. Ich bin Meinungsmacherin“

„Und welche politische Meinung vertrittst Du?“

„Eine eigene politische Meinung kann ich mir nicht leisten. Ich nehme, was kommt. Am liebsten kommentiere ich aber für Kampagnen rechtsradikaler Auftraggeber.“

„Warum das denn?“, fragt Peter entsetzt.

„Ich werde pro Kommentar bezahlt, und rechte Kommentare schreiben sich schneller, weil man nicht auf so nervigen Kram wie Orthographie, Grammatik, Fakten und Logik Rücksicht nehmen muss. Auch die Programmierung meiner Bot-Armee wird dadurch leichter.“Marc-Uwe Kling, 'Qualityland'

Januar 27

Wahlkrampf in Niederösterreich

In Niederösterreich wird morgen gewählt. Ich möchte noch mal schnell die drei Spitzenkandidaten vorstellen:

1. Die FPÖ mit Angst, Hass und Märchen as usual. Angst und Hass eh klar, und eines meiner Lieblingsmärchen in diesem Wahlkampf: 500 Euro Miete sind genug. So für alles? Also auch die Häuser der Parteigranden? Auch für das Loft im Ersten? Egal, einfach mal hinrotzen, die meisten werden schon nicken. Je schwammiger man vorher faselt, um so weniger kann man hinter auf irgendwas festgelegt werden.

Ach ja, der Grinsefuchs da ist gute Herr Landbauer, hauptsächlich bekannt geworden dadurch, dass er seit 17 Jahren (derzeit ruhend) in einer Burschenschaft ist, die in ihrem Liederbuch so ziemlich jedes noch so widerwärtige Nazi-Klischee bedienen. Nähere dazu im Falter (A).

Die Jugendorganisation der FPÖ, die FJ (wirklich! die heißen so!) war natürlich auch im Wahlkamp aktiv, bei deren Beiträgen ist allerdings jegliches Schamgefühl schon den Bach herunter gegangen:

Das Posting selber findet sich zwar nicht mehr auf deren Webseite, seine Authentizität scheint aber gesichert zu sein (A).

2. Die ÖVP, die gerne wieder zwei Klassen einführen möchte, die eine, die was nutzt und der es besser gehen soll, und die andere, die wirtschaftlich nichts mehr bringt und der es entsprechend schlechter gehen sollte, Vorschlag: Eine Klasse könnte man wie bei Marc-Uwe Kling in Qualityland „Die Nutzlosen“ nennen.

Der Rest ihrer Plakate beschränkt sich in meiner Wahrnehmung auf Gesichter mit dem wirklich bedeutenden Sloagen „wir XüberO  18“

3. Die SPÖ. Also, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, die haben auch Qualityland gelesen und sich da für die Rolle der „Oppositionspartei“ entschieden. Anders kann ich mir die Werbekampagne „Clownerei, sei dabei!“ nicht erklären.

Ich denke, sie hätten statt die-zweite-meinung.at auch gleich die-zweite-geige.at als Webseite reservieren können.


Tja, alles recht überzeugend, finde ich. Ich habe hier in meiner Umgebung keine anderen Parteien wahrgenommen, ich bin mir nicht sicher, ob die überhaupt noch mitspielen. Es gibt ja den Spruch „Es kann der beste König nicht ordentlich regieren, wenn die Untertanen von minderer Qualität beschaffen sind. “ Hat mir mein Meister in der Ausbildung immer gesagt, ich weiß auch nicht genau, warum. Wie dem auch sei. Ich denke, hier kann man den auch umdrehen: „Es kann sich das beste Volk nicht ordentlich regieren lassen, wenn die Könige von minderer Qualität beschaffen sind.“

In diesem Sinne, wenn Ihr dürft, geht morgen wählen und schaut euch vorher mal an, was es da an Alternativen gibt, ich sehe da nur die Grünen oder die Neos, die irgendwie akzeptabel sind.

 

PS: Ach ja, liebe Badener, wenn Ihr denkt: „Ach, den Marschall kenne ich auch nicht, ich nehme den, was soll schon passieren.“ Dann würde ich sagen: Vieles. Neben der Gründung der EU-Austrittspartei hat er auch noch rund um die Wahl zum Bundespräsidenten rumgekaspert. Die grundlegende Richtung erkennt ihr, wenn Ihr auf seiner Webseite lest, was er am 02.09. letzten Jahres gemacht hat. Da hat er in Wien die U1 verlängert. Unter der Überschrift „2.9.2017: U-Bahn U1-Verlängerung durch Mag. Robert Marschall“ verlinkt er auf einen „Bericht“ der Postille Wien Konkret, die dann festhalten, dass er auch in der UBahn (gemeinsam mit dem  einfachen Volk, wie er sagt) war, als die das erste Mal diese Strecke gefahren ist. Diese Postille gehört ihm selber. Also: Grüne oder Neos. Sorry.

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Januar 25

Burschiball blockieren!

Man muss immer Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.Elie Wiesel
Achtung! Link geht zu Fakebook!
In the End, we will remember not the words of our enemies, but the silence of our friends.Martin Luther King, Jr.

Freitag, 26.01.2018, 17 Uhr, Universitätsring 1, 1010 Wien (Schottentor). Kommt alle, seid friedlich. Die Rennleitung versucht im Vorfeld, eine besonders aggressive Stimmung herbeizureden, um ihr eigenes Aufgebot zu rechtfertigen und vermutlich auch, um vor der Wahl am Sonntag in Niederösterreich dem rechten Gelumpe ein paar „G20-Bilder“ zu verschaffen, damit die besorgten Bürger dann auch das Kreuz ganz rechts machen. Über die Phantastereien der Polizei Wien hat wenigstens FM4 recht neutral berichtet, aber die Idiotenpresse aka Gratiszeitungen & Krone haben brav die Ängste vor den Linken geschürt, während dessen Nazigesindel aus dem Umland ungestört in die Hofburg gekarrt wird.

In diesem Sinne: Barista, Barista, Antifascista!

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Januar 22

Deutsche Waffen, deutsches Geld….

Die Experten der (vermutlich) neuen Bundesregierung haben auf Druck(!) der SPD beschlossen: „Die Bundesregierung wird ab sofort keine Ausfuhren an Länder genehmigen, so lange diese am Jemen-Krieg beteiligt sind.“ Klingt ja mal nicht schlecht, könnte man meinen. Ein bisschen kann man darüber in diesem Bericht der Tagesschau (A) lesen.

Jetzt hat sich Thilo Jung gefragt, wer sind den die „Beteiligten“ und, da er ja auf der Bundespressekonferenz akkreditiert ist, gedacht, er fragt da mal nach. Hier die wirklich überzeugende Antwort:

Ich denke, in Zeiten wie diesen, wo die Rechten den Narrativ der „Lügenpresse“ und der „vertuschenden Regierung“ forcieren, um ihre eigenen Botschaften einfacher (und vor allem unwidersprochener) unters Volk zu bringen, ist so eine deutliche Positionierung mit klaren Aussagen mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Spoiler

Wenn sich wer fragt, warum da von Amerika gesprochen wird, dem kann die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) (A) helfen:

Während vor allem die USA und Großbritannien eine aktiv unterstützende Rolle (Waffenlieferungen, Informationsbereitstellung, Planung) bei den militärischen Operationen einnehmen […]Bundeszentrale für politische Bildung

Die beste Demokratie, die man für Geld kaufen kann.

Premium-Bonuscontent: Die Überschrift zum Mitsingen. (Ist vielleicht nichts für Sensibelchen, aber dafür Punk.)

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Januar 19

WYSIATIS – What You See Is All There Is oder: Demokratie unter Irrationalen

Auf der Republik-Webseite (100% Leserfinanziertes Schweizer Magazin für Verwickeltes & Komplexes) ist ein Artikel mit dem Titel „Demokratie unter Irrationalen“ erschienen, den ich Euch wirklich ans Herz legen möchte.

Eigentlich ging/geht des den Autoren um die Frage, warum man einen Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk braucht, allerdings gibt es dazu einen Exkurs durch die aktuellen Ergebnisse der Hirnforschung, und Antworten auf die Frage, warum unser Gehirn uns etwas vormacht, unsere Handlungsfreiheit kleiner ist, als wir glauben und warum jemand rechte Brandstifter oder Linke Bahnhofsklatscher wählt. Mich hat dieser Artikel wirklich begeistert! Auch wenn ich nicht qualifiziert bin, die Qualität der zugrunde liegenden Studien bzw. Arbeiten zu beurteilen, hat der Text dennoch viele schöne Ansätze und spannende Erklärungsversuche, warum wir denken wie wir denken.

Dazu kommt eine wirklich spannende Betrachtung, was der Unterschied zwischen Schnellem und Langsamen Denken ist…

  • Das schnelle Denken ist ständig aktiv, es urteilt rasch und mühelos, ohne Unterlass und Willensentscheidung, in tausenden Alltagssituationen.
  • Das langsame Denken schaltet sich nur ein, wenn im Strom des schnellen Denkens etwas Komplexes, Gefährliches oder Unerwartetes auftaucht, etwa die Rechenaufgabe 42 × 57, eine unübersichtliche Strassenkreuzung oder ein rosa Dackel. Das langsame Denken verbraucht Energie, es strengt an, hat begrenzte Kapazitäten an Aufmerksamkeit – kein Wunder, ist sein wichtigstes Merkmal seine Faulheit.Demokratie unter Irrationalen

… warum Denken nicht immer gut ist…

Nachdenken kann Leben retten, vor allem seine Vermeidung. In Österreich sind fast 100 Prozent der Leute Organspender, in Deutschland 12 Prozent. In Schweden sind es 80 Prozent, in Dänemark 4 Prozent. Der Unterschied: In Deutschland und Dänemark muss man ankreuzen, dass man Organspenderin ist, in Österreich und Schweden, dass man es nicht ist. Die Unlust zu denken macht den Unterschied.Constantin Seibt

…und welche Geschmacksrichtungen die unterschiedlichen politischen Lager so im Angebot haben:

So, wie die Zunge fünf Geschmacksrichtungen kennt – süss, sauer, salzig, bitter, umami –, listet der Moralforscher Haidt sechs moralische Geschmacksrichtungen auf. Das sind:

  • Fürsorge vs. Quälen
  • Gerechtigkeit (oder Fairness) vs. Betrug
  • Freiheit vs. Unterwerfung
  • Loyalität vs. Verrat
  • Autorität vs. Subversion
  • Reinheit (bis hin zur Heiligkeit) vs. Schande

Die Linke hat nur die ersten drei im Angebot. Die Rechte dagegen deckt die ganze Palette ab.Demokratie unter Irrationalen

Alles in allem ein wirklich lesenswerter Artikel, den ich jedem nur ans Herz legen kann, der sich (u.a.) schon mal verzweifelt gefragt hat, was für Idioten zum Teufel die AfD oder FPÖ wählen (Spoiler: Die Ängstlichern und zugleich aber auch Empathischeren. Oder? Selber lesen!). Wenn man danach vielleicht auch keine Lösung hat, wie das zu verhindern ist, so kann man doch ein paar Denkansätze mitnehmen, die Licht ins Dunkel bringen und zur Selbsterkenntnis beitragen können.

Ach ja, und die Nummer mit dem Staatsfunk wird auch noch besprochen, ist aber nur eine Randerscheinung in dem Artikel. Auch wenn ich zum Beispiel der Überzeugung bin, dass wir den RTL-Nau-Verblödeten und Gratiszeitungs-Lesern nicht das Feld überlassen sollten und ein, möglichst neutraler, Staatsfunk nicht das schlechteste ist, wofür man sein Geld ausgeben kann, ist das nicht der Grund, diesen Artikel zu lesen.

PS: WYSIATIS aus der Überschrift ist Daniel Kahnemanns Grundregel: «What you see is all there is», kommt auch in dem Artikel vor.

Archiv: Demokratie unter Irrationalen – Republik (PDF als Backup, 3MB)


Artikel gefunden auf „Der Hassmaschine für Arschlochnerds„: Fefes Blog

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Januar 9

Sehenswerter Vortrag vom Zentrum für politische Schönheit auf dem 34C3

Tiger, Drucker und ein Mahnmal

Neues vom Zentrum für Politische Schönheit

„Flüchtlingsfressende Tiger in Berlin, zum Diktatorensturz aufrufende Flugblätter in Istanbul und ein Mahnmal das den Rechtsextremisten Björn Höcker in seinem Thüringer Dorf heimsucht: Viel ist geschehen, seit das Zentrum für Politische Schönheit vor 3 Jahren auf dem Kongress gesprochen hat. Grund genug mal wieder Bericht zu erstatten, aus dem Nähkästchen zu plaudern und unveröffentlichtes Material mit euch zu begutachten. Aber Vorsicht: das ZPS ist die einzige Organisation die von Björn Höcke das Gütesiegel „terroristische Vereinigung“ verliehen bekommen hat. Es könnte also lustig werden.“Text auf media.ccc.de zum Video

Wirklich sehenswerter Vortrag vom ZPS (habe erst vor kurzen was von denen gehabt), die meiner Meinung nach Eier aus Stahl haben müssen.  Eine Stunde, die sich lohnt.

„Wir machen Stress. Wir sammeln keine harmlosen Unterschriften. Wir machen Leuten, die an Menschenrechtsverletzungen verdienen, das Leben zur Hölle.“Stefan Pelzer, CEO (Chief Escalation Officer)

Hier geht’s zum Zentrum für Politische Schönheit – Dort könnt Ihr auch „Komplize“ werden. Zitat: „Sie erhalten nirgendwo so viel Aufruhr und Dissens für jeden gespendeten Euro wie bei uns.“ – Ich denke, der Vortrag oben zeigt das auch sehr schön 🙂

Update: Ich habe jetzt die YouTube-Version des Videos eingebunden. Schöner hätte ich zwar den direkten Link auf media.ccc.de gefunden, allerdings verhindert irgendein Paranoia-Rotz, dass das Video im Internetz Entdecker von Micro$oft zu sehen ist. Jetzt kann man natürlich mit „Wer nutzt den schon“ und „Geschieht denen ganz recht“ und so weiter argumentieren, aber ich habe gerade die Schnauze voll von solchen Spielchen. Also: Wer nicht bei YouTube schauen will, findet hier den politisch korrekten Link, allen anderen wird’s egal sein.

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Januar 5

Journalismus ist nicht ganz tot!

Der stets zum Gruß erhobene rechte Arm der CDU, auch bekannt als CSU, hat ja schon kurz nach der letzten Wahl festgestellt, dass sie „die rechte Flanke schließen müssen“ (im Video ca. bei 1:20) (hat auch so ein Otto von der CDU gesagt, aber den kennt ja auch wieder keiner).

Nun hat der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt diese Idee wieder aufgegriffen und zur „konservativen Revolution“ aufgerufen. Längerer Artikel zum Thema im Kraftfuttermischwerk, hier nur das darauf folgende Interview von Marietta Slomka mit Dobrindt, der (wie die meisten Nazis auch) wirkt, als wäre er mit dem kurzen Bus zur Schule gefahren worden:

Schönes Ding, ich mag es ja, wenn Kartoffeln vorgeführt werden, auch wenn ich im Allgemeinen nicht glaube, dass es Sinn hat, mit Nazis zu reden, so halte ich es dennoch für gut, wenn weiterhin versucht wird, ihre Tumbheit öffentlich zu machen.

In diesem Sinne: Barista, Barista, Anitfascista!

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September 1

Wahlwerbung: Die Partei!

Für den Inhalt der Wahlwerbung sind die jeweiligen Parteien verantwortlich, wobei die Partei „Die Partei“ die einzige Werbung macht, die ich wirklich sehen will. Das gilt besonders für die Arschkrampen von den „Faschistoiden Populisten Österreichs (FPÖ)“, die mich seit kurzem mit ihren Angst-und-Hass-Wahlwerbespots für die geistig Armen auf YouTube nerven. Das ist die selbe braune Scheiße, wie sie von der deutschen Partei „Antworten für Dumme (AfD)“ propagiert wird.

Allen, die jetzt sagen „Naja, an der FPÖ/AfD/NPD ist ja nicht alles schlecht“ oder „Nicht alle FPÖ-Wähler sind schlecht, da sind ja auch normale Leute dabei“ etc. und „Nazis boxen ist auch keine Lösung, man muss mit denen reden und sie überzeugen“, denen möchte ich diesen Text von Wiglaf Droste um die Ohren schlagen:

[…] Alle Welt sucht das Gespräch mit Rechtsradikalen. Warum? Haben sie einem etwas zu sagen? Ist nicht hinlänglich bekannt, was sie denken, fordern und propagieren? Wo liegt der beschworene aufklärerische Wert, wenn Henryk Broder in der `tageszeitung‘ Franz Schönhuber interviewt?

Muß man an jeder Mülltonne schnuppern? Niemand wählt Nazis oder wird einer, weil er sich über deren Ziele täuscht, – das Gegenteil ist der Fall; Nazis sind Nazis, weil sie welche sein wollen. Eine der unangenehmsten deutschen Eigenschaften, das triefende Mitleid mit sich selbst und den eigenen Landsleuten, aber macht aus solchen Irrläufern der Evolution arme Verführte, ihrem Wesen nach gut, nur eben ein bißchen labil etc., „Menschen“ jedenfalls, so Heinz Eggert, „um die wir kämpfen müssen“.

Warum? Das Schicksal von Nazis ist mir komplett gleichgültig; ob sie hungern, frieren, bettnässen, schlecht träumen usw. geht mich nichts an. Was mich an ihnen interessiert, ist nur eins: daß man sie hindert, das zu tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht hindert: die bedrohen und nach Möglichkeit umbringen, die nicht in ihre Zigarettenschachtelwelt passen. Ob man sie dafür einsperrt oder sie dafür auf den Obduktionstisch gelegt werden müssen, ist mir gleich, und wer vom Lager (für andere) träumt, kann gerne selbst hinein.

Dort, in der deutschen Baracke, dürfen dann Leute wie Rainer Langhans, Wolfgang Niedecken und Christiane Ostrowski zu Besuch kommen und nach Herzenslust mit denen plaudern, zu denen es sie zieht.

Den Rest der Zeit werden die Berufsdeutschen ein wenig gequält: Verordneter Antifaschismus all night long! Fritz Teppisch spricht nicht unter drei Stunden! Aus den Lautsprechern dröhnt verjüdelte Negermusik! Pflichtlektüre: die schlechtesten Satiren von Ephraim Kishon! Rechte Winkel und Viervierteltakt sind bei Strafe verboten, die Haare werden nicht mehr geschnitten. Abends Talkshow mit Henryk Broder und Lea Rosh – es herrscht Teilnahmspflicht. Und dann geht es ruckzuck ohne Nachtisch ins Bett – zu Mister Long Dong Silver. So geht das.

Verbaler Antifaschismus ist Käse. Militant soll er sein, vor allem aber erfolgreich. Wenn sich dabei herausstellen sollte, daß es sich gegen 50, 60, 70, 80 oder 90 Prozent des deutschen Volkes richtet,
dann ist das eben so. Wo Nazis `demokratisch‘ gewählt werden können, muß man sie nicht demokratisch bekämpfen.Wiglaf Droste - Mit Nazis reden

Kann man sich (teilweise) auch von ihm auf YouTube vorlesen lassen.

 

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August 29

PSA: Überwachungspaket verhindern!

Die Leute von EpicEnter.Works (ich trauere immer noch dem Namen AKVorrat nach) haben unter www.überwachungspaket.at wirklich schön alle Infos zum Thema Überwachungspaket aufbereitet, darum will ich hier nicht alles noch mal schreiben, nur soviel: Es gilt, die Umsetzung der Totalüberwachungsfantasien von Sobotka und seinen Spießgesellen zu verhindern. Weder die SMPFKAÖVP (Schmierige Maturanten Partei, formerly known as ÖVP) oder die Verräterpartei (Verräterpartei Liste Kern) werden von sich aus da viel verhindern, also ist jeder einzelne gefordert:


Oder, um mal Marco Pogo, einer der ganz großen Dichter unserer Zeit, zu zitieren:

Rasterfahndung – Lauschangriff – Überwachungsstaat

überoi nur Fetz’nschädeln – i hob de Scheiße satt!Turbobier - 'Kiwara'

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