März 28

#KrebsIsCancer oder: Die Kraft, die aus dem Keller kommt.

Brian Krebs, ein Amerikanischer Journalist, hat in seinem Blog KrebsOnSecurity einen Beitrag über Coinhive veröffentlicht. Coinhive ist das Script, das, wenn Kriminelle es benutzen, manchmal Eure Lüfter angehen lässt, wenn Ihr lustige Webseiten besucht. Im Grunde mined es Cryptowährungen und benutzt dazu Eure Rechenleistung, ohne Euch zu fragen.

Kann man so machen, und da Coinhive bzw. die Technologie wohl tatsächlich auch von Kriminellen eingesetzt wird/werden kann, ist es ja auch OK, da mal etwas Licht drauf zu werfen. Was man allerdings nicht machen sollte, ist sogenanntes doxxing, also das veröffentlichen persönlicher Informationen von Leuten aus dem Internetz. In diesem Fall betraf es neben dem „Erfinder“ von Coinhive, einer der Gründer des Bilderbrettes pr0gramm, auch aktuelle Mitarbeiter dieser Plattform. Wer pr0gramm nun kennt weiß, dass Anonymität dort einen recht hohen Stellenwert hat. Cha0s, besagter Gründer, hat nachdem seine Adresse auf dem Board leakte, neben Morddrohungen auch einen 80kg Stahlofens zugesandt bekommen und sich irgendwann ein neues Betätigungsfeld gesucht (Coinhive u.A.). Nachdem die Mitarbeiter der Community so angepisst wurden, gab es kurz die Ansage, dass sie es nun auch nicht unbedingt nötig hätten, pr0gramm weiter zu betreiben und mal schauen wollten, wie sich das so alles entwickelt.

Das wiederum hat die „Kellerkinder“, wie sich pr0gramm-Nutzer gerne selber nennen, wenig erfreut. Wie üblich in solchen Fällen rasteten einige aus und hatten alle möglichen Ideen, was man denn nun tun könne, um seinem Unmut Luft zu machen.

Gamb, der amtierende Admin von pr0gramm, hat auch dazu Stellung bezogen:

Irgendwann in der Nacht zum 28. hatte der User xari die Idee, seinem Unmut auf Mr. Krebs durch eine Spende für die Krebshilfe auszudrücken und einen Screenshot davon zu posten. Er nutzte noch den Verwendungszweck „Lichterkette gegen Krebs“ und trat damit eine wahre Lawine an Spenden los.

 

Mittlerweile sind viele Tausend solcher Screenshots über Spenden an die Deutsche Krebshilfe, DKMS sowie den Krebshilfen in Österreich und der Schweiz hochgeladen worden.

(C) by Admonostrator

Auch auf Twitter geht das ganze derzeit im Minutentakt unter dem Hashtag #KrebsIsCancer wirklich ab. Als einer der ersten großen Medien berichtete Lars Wienand von t-online.de darüber, ich denke aber, es werden noch einige Medien folgen.

Alles in allem: Schöne Sache!

(c) Admonstrator

PS: Natürlich habe auch ich meinen Teil beigetragen, ich erspare Euch mal den Screenshot 🙂

PPS: Auch wenn die Falschen das Richtige tun, ist es immer noch das Richtige. Man muss pr0gramm weder mögen noch gutheissen, die Aktion bzw. Protestform finde ich dennoch gut.

PPPS: Ja, ich weiß, man schreibt nicht über das pr0gramm.

März 2

Video: Wie rechte Aktivisten Social-Media-Debatten manipulieren

Kontraste hat einen schönen Beitrag zum Thema rechte Interntetz-„Aktivisten“ gebracht, wo sie, ein bisschen oberflächlich leider, zeigen, wie die Nazis im Internetz hetzen und Stimmung machen. Was auch schon an anderer Stelle gezeigt wurde, wird auch hier thematisiert, nämlich dass sich überwiegend Rechte verabreden, um mittels multipler Accounts in sozialen Medien gezielt Stimmung zu machen, Ich finde das gerade im Angesicht der NoBillag-Kampagne in der Schweiz und den Angriffen der Österreichischen Nazis gegen den ORF besonders wichtig, mal zu sehen, wie toll so Social-Media als Nachrichtenquelle funktioniert. Nämlich gar nicht. Sieben Minuten, die sich lohnen.

Video-Seite der ARD

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August 29

PSA: Überwachungspaket verhindern!

Die Leute von EpicEnter.Works (ich trauere immer noch dem Namen AKVorrat nach) haben unter www.überwachungspaket.at wirklich schön alle Infos zum Thema Überwachungspaket aufbereitet, darum will ich hier nicht alles noch mal schreiben, nur soviel: Es gilt, die Umsetzung der Totalüberwachungsfantasien von Sobotka und seinen Spießgesellen zu verhindern. Weder die SMPFKAÖVP (Schmierige Maturanten Partei, formerly known as ÖVP) oder die Verräterpartei (Verräterpartei Liste Kern) werden von sich aus da viel verhindern, also ist jeder einzelne gefordert:


Oder, um mal Marco Pogo, einer der ganz großen Dichter unserer Zeit, zu zitieren:

Rasterfahndung – Lauschangriff – Überwachungsstaat

überoi nur Fetz’nschädeln – i hob de Scheiße satt!Turbobier - 'Kiwara'

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März 9

Networks of Control: A Report on Corporate Surveillance, Digital Tracking, Big Data & Privacy

Am 02.03. habe ich Wolfie Christl (@WolfieChristl) im Metalab in Wien gesehen. Dort hat er seinen Report „Networks of Control: A Report on Corporate Surveillance, Digital Tracking, Big Data & Privacy“ vorgestellt. In diesem Report wird darüber berichtet, wie Firmen damit begonnen haben, Unmengen von Daten über Menschen zu sammeln. Ohne, dass es den meisten bewusst ist, werden immer mehr Daten aus allen Lebensbereichen zusammengetragen und miteinander verknüpft. Diese Buch nun soll zeigen, wer diese Firmen sind, welche Daten sie sammeln oder abfangen und wie diese Daten heute schon genutzt werden. Dazu betrachtet es die Implikationen, die dieses Vorgehen auf unser Leben hat und wie wir in Zukunft damit umgehen können.

Netterweise bietet er das Buch, das er zusammen mit Sarah Spiekermann (@SpiekSarah) von der WU Wien geschrieben hat, auch kostenlos als PDF zum Download an. Man kann es aber auch in broschierter Form bei Facultas erwerben.

Hier ist noch ein Bericht im Standard zum Buch von Sarah Spiekermann (Univ. Prof. Dr. & Head of Institute des Institute for Management Information Systems der WU Wien, wer hat, der hat!)

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März 3

Wenn Sie das gelesen und verstanden haben, klicken Sie auf OK

Vor Jahren… vielen Jahren.. habe ich mal einen CAD-Kurs besucht. In diesem Kurs wurde DOGS verwendet (hier hat jemand die 5 1/4″-Disketten-Version ausgegraben, ich bilde mir ein, ich hätte meine Version damals(tm) sogar schon auf 3,5″-Disketten bekommen). *soifz*… wie dem auch sei: Was mir an diesem Programm in Erinnerung geblieben ist, ist der Text am Ende einiger Fehlermeldungen:

Wenn Sie diese Meldung gelesen und verstanden haben, klicken Sie auf OK.DOGS

Ich weiß noch, wie ich mich damals darüber gefreut habe 🙂 Jetzt, lumpige *hust*25*hust* Jahre später, wurde ich durch einen Artikel, der auf Twitter an mir vorbeirauschte, wieder daran erinnert.

In diesem Artikel geht es um eine Norwegische Webseite, die versucht, ihre Kommentarkultur auf einem gewissen Niveau zu halten. Die Webseite NRKbeta richtet sich an Techies bzw. handelt es sich sozusagen um die Technik-Rubrik der Staatlichen Rundfunkanstalt NRK. Normalerweise haben sie das Problem nicht, dass ihr Kommentare sich in Richtung Fakebook- oder Youtube-Niveau bewegen würden. Anders wird das wohl dann, wenn Artikel von ihnen auch auf der Startseite der NRK verlinkt werden, dann schwemmt es haufenweise besagte Fakebooker in ihre Richtung und die toben sich dann in altbekannter Manier in den Kommentaren aus. (Dramatisierte Schilderung). Was sie nun, vorerst im Beta-Test gemacht haben, ist, einen Multiple-Choice-Test quasi vor die Kommentarfunktion zu setzen. Sie wollen damit sicherstellen, dass der klassischen Wutbürger mit Schnappatmung den Artikel auch liest, bevor er seinen Senf dazu abgibt. Begonnen hat das wohl in einem Artikel über neue Gesetze zur Überwachung von Internet-Verkehr. (Das scheint auch die einfache Fassung zu sein, wenig Text, viele Bilder…)

Wenn man nun am Ende des Artikels kommentieren möchte, stößt man auf folgendes:

Google-Translated, daher evtl. sinnbefreit.

Hier geht es jetzt nicht darum, nur Experten zuzulassen, was dann wohl auch gegen Free-Speech und so verstoßen würde, sondern nur ums sinn-erfassende Lesen (Hah! PegidAfD-Gelumpe kann man damit also doch ausschließen!). Alle Fragen werden im Artikel auch beantwortet. Sie sagen, dass es zwei Gründe hat:

We thought we should do our part to try and make sure that people are on the same page before they comment. If everyone can agree that this is what the article says, then they have a much better basis for commenting on it.Ståle Grut @stalebg

und

If you spend 15 seconds on it, those are maybe 15 seconds that take the edge off the rant mode when people are commenting,Marius Arnesen @anarkistix

Ich finde den ersten Punkt wichtiger als den zweiten, aber beide valide. Was mich seitdem nicht mehr loslässt ist der Gedanke, dass so ein System ideal für Volksabstimmungen wäre. Nur wer vorher ein paar Verständnisfragen beantworten kann, darf auch abstimmen.

Das Konzept einer Demokratie setzt meiner Meinung nach voraus, das informierte Bürger sich für oder gegen etwas entscheiden bzw. etwas wählen können. Hier liegt der Hund begraben. „Informierte“ Bürger. Wenn man Interviews mit Trump-Wählern oder den Fans von Bernd Höcke und Frau Kepetry sieht, drängt sich schon der Eindruck auf, dass es hier mit dem Informiert-Sein nicht so weit her ist.

Mit so einer Vorabfrage bekommt man vielleicht keine besseren Ergebnisse, aber man könnte damit so etwas wie die Nummer nach dem Brxit-Votum verhindern, wo die Leute nachdem die Wahlergebnisse bekannt wurden, angefangen haben, mal zu googeln, um was es da eigentlich ging. Ich fände das gut. Man einigt sich auf eine sachliche Information zu dem Thema, die liegt auch in der Wahlkabine auf. Der Computer spuckt den Wahlzettel zum händischen Ausfüllen (ja, eh, Wahlcomputer stinken) nur aus, nachdem der Bürger seine Informiertheit bewiesen hat. Wo die FPÖ bzw. die AfD über 10% gekommen ist, kann man ja dann noch die Option einbauen, dass die Muppets einem was zum Thema vorsingen oder so. Multimedia zur Inklusion von Nazis muss ja nichts schlechtes sein, man hat ja auch einen Bildungsauftrag.


Hier sucht übrigens wer noch nach der Software DOGS.

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Februar 15

Wer sich in die Küche begibt…

Heute möchte ich nur einen Beitrag auf einer anderen Webseite verlinken. Er ist von Saskie Esken, Mitglied der Verr… SPD und Abgeordnete des Deutschen Bundestages.

Ohne jetzt zu sehr auf Details eingehen zu wollen oder weitere Hintergrund-Infos zu liefern, nur folgendes: Es ist ein lesenswerter Beitrag über Fake News, über Werbung auf Naziportalen und über den Umgang miteinander im Netz. Viel Spass damit.

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Dezember 6

Über die Macht von Big Data und Psychografie im Wahlkampf

In der Zeitschrift „Das Magazin“ erschien ein Artikel mit dem Titel „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“. Darin wird über den Psychologen Michal Kosinski berichtet, der eine Methode (mit)entwickelt hat, anhand von Facebook-Likes (und anderen Daten) Menschen zu analysieren.

Money-Quote:

„Bald kann sein Modell anhand von zehn Facebook-Likes eine Person besser einschätzen als ein durchschnittlicher Arbeitskollege. 70 Likes reichen, um die Menschenkenntnis eines Freundes zu überbieten, 150 um die der Eltern, mit 300 Likes kann die Maschine das Verhalten einer Person eindeutiger vorhersagen als deren Partner.“

Dieser Text ist wirklich lesenswert, weil er einem die Augen öffnen kann, was mit „Big Data“ alles so geht. Lesen Sie weiter

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