Juni 5

Musike am Montag: Feine Sahne Fischfilet – Brennen

Wenn es einen Film über Dein Leben geben würde – würdest Du ihn Dir anschauen, würde er Dich faszinieren?

Brennen – Feine Sahne Fischfilet

Ja, ich will leben
Will nicht nur atmen
Nein, ich will brennen und es gibt nichts zu verlieren
Lieber drei Jahre Abenteuer
Als dreißig Jahre lang am Leben zu erfrier’n
Ja, ich will leben
Das heißt auch kämpfen
Gegen das Sterben und das ist auch Teil von mir
Ja, ich will leben
Lebendig kämpfen
Ja, ich will brennen, zusammen mit dir

Und du hör auf, hör auf mir zu erzählen
Es gibt nichts anderes, viel zu lang hab‘ ich’s geglaubt
Du hast mich
Um meine Träume
Um meine Tränen
So lang beraubt

Du hast mich
Um meine Träume
Um meine Tränen
So lang beraubt
Du hast mich um meine Träume
Um meine Tränen
So lang beraubt

Frag dich selbst, bist du glücklich mit deinem Leben?
Ist das, was du machst, wirklich das, was du machen möchtest?
Sparst du Zeit, und wofür sparst du sie?
Wenn es einen Film über dein Leben geben würde, würdest du ihn anschauen, würde er dich faszinieren?

Sechs Euro für eine Stunde auf der Arbeit
Was würdest du zahlen für eine Stunde an einem sonnigen Tag im Park?
Würdest du in deinem Leben etwas anders machen, wenn du wüsstest, dass du nächstes Jahr stirbst?
Was sagt dir, dass du dann überhaupt noch lebst?
Und hast du Ideen, oder haben Ideen dich?
Fühlst du dich manchmal auch auf eine bestimmte Art und Weise einsam, eine Art, die Worte nicht beschreiben können?

Du bist dein Ticket aus diesem Käfig
Du bist dein Ticket aus dieser Welt
Wir liegen alle in der Gosse
Und voller Sterne ist die Welt
Du bist dein Ticket aus diesem Käfig
Du bist dein Ticket aus dieser Welt
Wir liegen alle in der Gosse
Und voller Sterne ist die Welt

Wir liegen alle in der Gosse
Und voller Sterne ist die Welt
Wir liegen alle in der Gosse
Und voller Sterne ist die Welt

(Längere) Lyrics des Originals ansehen

Ganz fettes Brett! So muss Punk, so muss Text – ich kann gar nicht sagen, was das Lied alles in mir anspricht. Schönes Ding!

Danke an Anja für den Tipp!

PS: Orginal ist das wohl von „Früchte des Zorns“ – Hier der Link, ist nicht ganz so rotzig, finde ich.

PPS: Habe die Lyrics korrigiert, hatte fälschlicherweise angenommen, die beiden Versionen wären identisch vom Text, war aber nicht so. Dennoch bleibt die Version von Feine Sahne meine Lieblingsversion.

April 2

Kritisches Denken

Mein Lieblingszitat zu dem Thema Kritik ist immer noch folgendes:

Criticism may not be agreeable, but it is necessary.

It fulfils the same function as pain in the human body.

It calls attention to an unhealthy state of things.Sir Winston Churchill

Da mich das Thema schon seit -zig Jahren interessiert, neige ich dazu, auf fast alles zu klicken, was dazu durch meine Filterblase fliegt. So bin ich auch auf Psiram auf diesen interessanten Beitrag im NEUROLOGICALblog der New England Sceptical Society gestossen: „The Need for Ctritical Thinking„.

Moneyquote:

My point here is that (after the basics like reading) teaching critical thinking skills would probably be the most useful thing to teach students. Critical thinking is a skill and a habit that will stick with them for life, and be endlessly useful. Critical thinking should have an extremely high priority in education, at every level, much higher than it has now.Steven Novella, NEUROLOGICAblog

Genau das. Wenn sich zum Beispiel die PegidAfDioten oder Trumpisten mal die Mühe machen würden, die Positionen ihre Idole kritisch zu hinterfragen, würden sie vermutlich die Substanzlosigkeit, Menschenfeindlichkeit und/oder Unfinanzierbarkeit vieler Punkte durchschauen. Egal, ob man die zugrundeliegenden Positionen mag oder nicht, wenn man mal schaut, was diese Schwachstellen am Ende für Lösungen anbieten und diese mal genauer betrachtet, bricht der schöne Schein schnell zusammen.

Leider sind die rechten Demagogen wie Frau von Strolch, Bernd Höcke und Frau Kepetry oder auch St. Rache nicht so blöde wie ihre Anhänger, daher haben sie das Problem mit diesen unbequemen Hinterfragern und Kritikern früh erkannt. Der Narrativ der Lügenpresse, die Angriffe von Seiten der Presse im Vorfeld diskreditieren soll, spielt da genau so rein wie die Taktik, Sachthemen zu einem persönlichen Thema zu machen.

© erzählmirnix

Ich kann die Leute auf solchen Aufmärschen, die nicht interviewt werden wollen, verstehen, schließlich mag niemand bloßgestellt werden. Und bloßgestellt wird man schnell, wenn man einfach nur Sprechblasen und dumpfe, meinungsbasierte Hetze nachplappert. Natürlich kann man sich in einem Diskurs nicht verteidigen, wenn man sich in Wirklichkeit einen Scheiß auskennt und einfach nur die Gehirnwäsche der Hetzer auf dem Podium und ihrer Handlanger in den sozialen Medien nachplappert. Aber, wie bei anderen Themen auch, wird hier nicht die Verantwortung beim einzelnen Dampfplauderer oder bei denen, die ihm diesen Dampf in den Kopf gepustet haben, gesucht, sondern es werden diejenigen, die solche Positionen kritisch hinterfragen, als der Feind dargestellt.

Was sollte ein AfDler jemandem, der ihn mit der Absurdität von Schrödingers Bernd Höckes Asylantenbild (Ist ein arbeitsloser Sozialschmarotzer und gleichzeitig nimmt er den Doitschen ihre Arbeitsplätze weg) konfrontiert, auch sagen?

Schaut Euch die unerträglichen Geiferer an, die bei PegidAfD-Aufmärschen ihren Demagogen lauschen oder auf Fakebook und Twitter den vermeintlichen Gegner mit Hetze, Hass und Gewaltdrohungen überziehen. Das ist kein sachlicher Diskurs mehr, das ist schon lange auf einem persönlichen Level gelandet.

Ich schließe mich auch dem Schlußsatz des Artikels an:

But we also need to make sure this does not become a partisan issue. Teaching critical thinking cannot be seen as an attack against one tribe. Critical thinking is non-partisan. It is a universal skill that everyone should learn.Steven Novella

Ich denke, wenn mehr Leute mal gelernt (und nach der Schule auch weiterhin geübt) hätten, wie man sich mit einer Frage bzw. einem Thema kritisch beschäftigt, hätten die Populisten weniger Zulauf. Am Ende vom Tag gefährdet die Unfähigkeit, kritisch zu denken, auch die Demokratie, da eine Wahl nur funktioniert, wenn die Wahlberechtigten sich damit auseinandersetzen, was sie da wählen und in wie weit das, was die jeweiligen Kandidaten da versprechen, überhaupt machbar ist. Schaut Euch die Trump-Wahl an: Wer sich kritisch mit dem Programm des orangen Horrorclowns auseinandergesetzt hat, ist auf leere Phrasen und unrealisierbare oder unvernünftige Wunschvorstellungen gestoßen. Das scheint aber die Wähler nicht zu interessieren, mehr noch, eine Kritik an Trumpels gemeingefährlichen Aktionen nehmen sie persönlich.

Dieses persönlich-nehmen liegt meiner Meinung nach daran, dass mangels kritischer Reflexion auf der einen Seite und der Tatsache, dass eine verschissene Harmonie-Kultur in Firmen, Universitäten und im privaten Einzug gehalten hat, auf der anderen Seite, jegliche Kritik-Kultur den Bach runtergegangen ist. Wer heute zu viel Kritik übt, passt nicht mehr „in die Vision, die wir uns von unserer Firma haben“ (Grüße an die Gesichter aus den Führungsetagen: Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!) oder in den Freundeskreis der Ja-Sager auf Fakebook. All die Safe-Space-Spinner und Harmonie-Süchtlinge werden sich umschauen, wenn die AfD-Pegidastapo vor der Tür steht und sie einlädt, sich doch mal in einem Erziehungslager die neuen Ideen der Höcke-Strolch-St. Rache-Führung anzuhören.

Abschließen möchte ich den vermutlich recht inkohärenten Beitrag heute mit dem Verweis auf einen Artikel von Dr. Nadja Hermann, die in ihrem wunderbaren Blog „erzählmirnix“ immer wieder Musterstücke für kritisches Denken postet: „AfD-Logik überwinden„, aus dem ich auch den Comic oben geklaut habe.

Schönen Sonntag!

PS: Kritisches Denken anzuregen ist übrigens einer der Gründe, warum ich Chaos macht Schule oder solche Veranstaltungen wie die Privacy Week unterstütze: Ich will, dass die Leute informiert werden und angeregt werden, selber ihren Umgang mit (digitalen) Medien zu hinterfragen, quasi mein Beitrag aus den Reihen der Partisanen.

PPS: Thema Safe Space: Am Anfang waren Safe Spaces dafür gedacht, einen sicheren Platz zu schaffen, in dem LBGT-Menschen nicht angefeindet werden und vor Hassrede etc. geschützt wurden. Diesen Gedanken finde ich richtig und wichtig! Ich finde es gut, wenn sich jeder an einem Diskurs beteiligen kann (so er das konstruktiv tun möchte), ohne dass er aufgrund seine sexuellen Ausrichtung, Identität etc. angegriffen wird. Was mir zu weit geht ist, wenn man bestimmte Themen nicht mehr diskutieren kann, weil jeder Idiot und sein Bruder für alles eine Trigger-Warnung braucht oder verstörende Inhalte gar nicht mehr besprochen werden, aus Angst, hinterher könne sich jemand beschweren. Wo, wenn nicht im Umfeld einer Bildungseinrichtung, sollte man denn den Umgang mit kontroversen Themen lernen? Beim AfD-Stammtisch? Auf Fakebook? Wenn ich mal Shaheen Pasha zitieren darf:

College is not a safe space. It was never intended to be. It is a place where debates can turn heated and ugly and the cruel realities of the world come crashing down on students, preparing them for the very real discourse they will face upon graduation. It is a time to grow out of the protective cocoon of childhood and face the fact that the world can be an unpleasant place.Shaheen Pasha, Assistant Professor M.S., Columbia University School of Journalism

Beim Safe Space geht es IMHO darum, dass jemand in einer Diskussion über das Schulfrühstück nicht wegen seiner Geschlechtsidentität, Hautfarbe, Religion oder sonstwas angegriffen wird, sondern nur sein Standpunkt in der Diskussion. Dennoch kann man eine Diskussion über solche Themen wie Religion etc. führen und man sollte auch die Möglichkeit haben, eine polarisierende Meinung zu vertreten.

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März 7

Die Erde ist angeblich keine Scheibe!

Ich habe gerade den (deutschsprachigen) Podcast „PsychCast“ entdeckt, nachdem er im Psiram-Wochenrückblick erwähnt wurde. Gerade höre ich die Episode über Homöpathie, aber empfehlen möchte ich als erstes die Episode „Die Erde ist keine Scheibe“. In dieser Episode geht es um die Komplexität der Welt und wie wir mit ihr umgehen. Ich kann die eine knappe Stunde jedem sehr ans Herz legen, ich werde sie auch noch ein zweites Mal hören, weil sie viele Dinge adressiert hat, die mich auch zeitweise umtreiben. Besonders gefallen hat mir die Geschichte mit den Joghurts. Ich will sie hier nicht wiederholen, aber es geht darum, dass mehr Auswahl einen nicht glücklicher macht. Ein wirklich interessanter Denkanstoß für mich, ich denke, ich werde dazu in der Zukunft noch mal was schreiben. Für heute nur: Hört den Podcast! Er ist sehr gut!

Für eine Kurzfassung zum Thema „Warum zu viel Auswahl nicht glücklicher macht“, sei hier noch der Ted-Talk von Barry Schwartz empfohlen:

Ach ja, der Titel des Podcasts und ein bisschen auch dieses Artikels hängt mit einem neuen Blog zusammen, das im Psychcast gefeatured wurde: Die Erde ist keine Scheibe.

Die Erde ist keine Scheibe.

In einer Zeit, die zunehmend dominiert ist von immer mehr Menschen, die Erkenntnisse der Wissenschaft in Abrede stellen, fühlen wir uns zu dieser Aussage genötigt. Wir wollen all den Reichsbürgern, Neo-Druiden, Gesundbetern und Trumps dieser Welt nicht kampflos die mediale Welt überlassen. Deshalb posten wir hier Artikel aus dem Bereich Medizin und Psychologie und nehmen den einen oder anderen Unsinn, dem wir im Netz begegnen, aufs Korn. Wo das geschriebene Wort nicht mehr hilft, greifen wir zum Äußersten und posten Comics und Cartoons. Wir, das sind mehrere Autoren und Blogger aus den Bereichen Medizin und Psychologie.Blog: Die Erde ist keine Scheibe

Klingt vielversprechend.

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Dezember 6

Über die Macht von Big Data und Psychografie im Wahlkampf

In der Zeitschrift „Das Magazin“ erschien ein Artikel mit dem Titel „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“. Darin wird über den Psychologen Michal Kosinski berichtet, der eine Methode (mit)entwickelt hat, anhand von Facebook-Likes (und anderen Daten) Menschen zu analysieren.

Money-Quote:

„Bald kann sein Modell anhand von zehn Facebook-Likes eine Person besser einschätzen als ein durchschnittlicher Arbeitskollege. 70 Likes reichen, um die Menschenkenntnis eines Freundes zu überbieten, 150 um die der Eltern, mit 300 Likes kann die Maschine das Verhalten einer Person eindeutiger vorhersagen als deren Partner.“

Dieser Text ist wirklich lesenswert, weil er einem die Augen öffnen kann, was mit „Big Data“ alles so geht. Lesen Sie weiter

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