Juni 2

Tool-Tipp: WinCDEmu – Isos mounten vor Windows 8

Nachdem die DemonTools mit Werbung vollgerotzt wurden und für mich auch der kostenpflichtige Download nicht funktionierte, habe ich mal im Interwebs nach einer Alternative geschaut und bin auf WinCDEmu gestoßen. Das Programm ist klein (667kB) und ist als ebenfalls erhältliche „portable App“ ohne Installation ausführbar. Ohne Installation? Nicht ganz… Man muss Admin-Rechte haben, da die Software sich zwar nicht selber, aber Treiber installiert, allerdings kann man die Treiber nach getaner Arbeit wieder entfernen, somit ist es quasi portable. Keine Werbung, keine Scheiße (so weit ich das überblicken kann, YMMV).

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Mai 19

Tool-Tipp: Grafische Texte mit picfont

Manchmal möchte man einen Slogan oder Witz nicht nur als Text in die Welt pusten, sondern so ähnlich wie „Nachdenkliche Sprüche mit Bilder“ das ganze in ein Bild verwandeln, sei es auch nur, um die 140-Zeichen-Begrenzung bei Twitter loszuwerden. Jetzt kann man natürlich einen Screenshot von Word machen, aber manchmal mag man es auch ästhetischer haben. Sowas brauchte ich heute und bin dabei auf http://picfont.com/ gestoßen. Sie bieten diverse Vorlagen mit Layout-Vorschlägen, die Möglichkeit, eigene Bilder als Hintergrund hochzuladen und ein paar Voreinstellungen für die gängigsten Banner-Formate für Social-Media-Gelöt

 

 

Im Editor schließlich kann man neben normalen Text auch Schmuckschriften, Cliparts, Formen, Filter und und und hinzufügen. Wirklich klasse Tool, wenn man mal schnell einen grafischen Text braucht und weder fancy Software noch einen Grafiker zur Hand hat. Das Ganze ist zudem noch gratis, was will man mehr?

 

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Mai 18

Quis custodiet ipsos custodes?

When you bring your knife to a gunfight…

„Alle fünfeinhalb Wochen wird in Deutschland ein Mensch von Polizisten erschossen.“ Das ist der Titel eines wirklich lesenswerten Dossiers der taz zum Thema lethale Gewalt durch die Polizei von Erik Peter und Svenja Bednarczyk.

Nur, dass wir uns gleich richtig verstehen: Weder ich noch der Artikel (zumindest lese ich ihn nicht so) wollen hier das Polizisten-sind-Mörder-Klischee bedienen. Der Punkt nach diesem Satz steht da und bleibt da.

Eine Frage in diesem Zusammenhang, dich mich beschäftigt und über die ich im privaten Rahmen auch schon viel diskutiert habe, ist, in wie weit Menschen, denen der Staat Schusswaffen in die Hand gibt, bessere Menschen sein sollten (müssen?) als andere. Eine der heftigsten Diskussionen drehte sich um zwei Fälle in Österreich. Einer, wo zwei Jugendliche in einen Supermarkt eingebrochen sind und dann der Polizei mit „Schraubenzieher und Spitzhacke bewaffnet“ in die Arme liefen, („bewaffnet“ war möglicherweise etwas geflunkert, wie sich hinterher rausstellte) was für einen 14-Jährigen tödlich endete sowie der zweite, wo die Wega einen Mann, der mit einem Messer bewaffnet war, mit 20 Schüssen hingerichtet hat. Ich schreibe hier absichtlich hingerichtet, weil es mir bis heute unvorstellbar scheint, wie acht Beamte einer Spezialeinheit, die sich in voller Kampfmontur sowie (auch) mit Tasern und Schlagstöcken bewaffnet einem(!) Verwirrten mit Messer gegenüber sehen, zu dem Entschluß kommen können, dass der 20 Schuß braucht, um keine Gefahr mehr für sie darzustellen.

Das richtige Mindset? Werbung der Schweizer Polizei

Mein Kumpel meinte damals, „dann hätten die halt nicht einbrechen oder mit einem Messer herumfuchteln sollen, dann wäre ihnen auch nichts passiert“. Bei solchen Ansagen geht mir das Geimpfte auf. Ich kann sie nur mit unreflektiertem Gerede entschulden, und so Stammtischgebrabbel brauche ich nicht. Diese Aussage wäre von mir aus richtig, wenn auf Supermarkteinbrüche oder Verwirrtsein ohnehin die Todesstrafe steht und wir hier auf den Philippinen unter Duterte wären. Sind wir aber nicht. Die Polizei ist die Instanz, die man ruft, wenn man sich quasi nicht mehr alleine helfen kann. Also, wenn mich wer verprügelt oder bei mir einbricht, rufe ich die Polzei, damit diese die Situation klärt und den/die Versursacher im Zweifelsfall der Rechtssprechung (Judikative) zuführt. Ich erwarte, dass die Beamten dafür ausgebildet und ausgerüstet sind.

Warum sollten Polizisten nun bessere Menschen sein als andere? Ganz einfach: Polizisten übernehmen in der Gesellschaft eine Aufgabe. Das macht auch mein Bäcker. Allerdings kann ich zu einem anderen Bäcker gehen, wenn der erste schlechtes Brot macht. Ich kann notfalls auch selber was backen oder ganz auf gebackene Produkte verzichten. Was ich nicht kann, ist mir eine andere Polizei zu suchen, weil die erste mich verkloppt hat. Was ich nicht kann, ist mich selber auszurüsten und zu bewaffnen, weil ich mich vielleicht mit der derzeitigen Polizei nicht so gut verstehe. Das will der Staat nicht und ich will das auch nicht, weil das Anarchie ist, und das ist nicht die Staatsform, in der ich leben möchte (auch wenn wir das tun, aber das ist ein anderes Thema und da geht es mehr um Geld.) Ich sehe mich also einer alternativlosen Instanz gegenüber, gegen die ich mich nicht wehren kann (nicht im akuten Moment, wen soll ich da anrufen, wenn mich die Polzie gerade beamtshandelt? Noch mehr Polizei? Die aus dem Nachbarland?) und die par ordre du mufti mit Waffen und Rüstung daher kommt.

Hier entsteht ein Ungleichgewicht der Kräfte zu meinen Ungunsten (und das soll im Normalfall ja auch so ein, wenn die Polizei schon für die Gesellschaft die Kohlen aus dem Feuer holen soll, braucht sie auch das Werkzeug dazu) und das bedeutet für mich ganz klar, dass der Stärkere auch der „Bessere“ sein muss. So wie wir als Erwachsene nicht mit Kindern rummachen, so sollten wir als Polizisten keine Wehrlosen oder zumindest deutlich Unterlegenen verkloppen oder erschießen. Letzteres sollte sowieso gar nicht gemacht werden und wenn, dann bedarf es tiefgreifender Untersuchungen, ob und wie das vermeidbar war oder nicht, mit Konsequenzen. Hier muss der Polizist, auch wenn das nicht einfach ist, der Reflektierte und Besonnene sein und so handeln. Das ist im Rahmen einer Demo sicher nicht einfach, aber das ist der Beruf, den er gewählt hat. Dafür muss er nicht als Risk-Manager oder Search-Engine-Optimizer sein Leben in der gesellschaftlichen Entbehrlichkeit fristen sondern macht einen Job, der für unser Zusammenleben wichtig ist. Dieser Job kommt halt mit einigen Pflichten, die meiner Meinung nach von der Gesellschaft eingefordert werden müssen.

269 Personen wurden von der Polizei im Beobachtungszeitraum erschossen, das waren die Verluste, die sie dabei erlitten hat. (Quelle)

Also, bitte mal in den erwähnten Artikel reinschauen, es lohnt sich wirklich. Ich habe keine Lösung für das Problem, aber ich denke, wir müssen uns dessen bewusst sein und dürfen als Gesellschaft nicht zulassen, dass hier amerikanische Verhältnisse einziehen. Diskussion gerne in den Kommentaren.

TL; DR:
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass Polizeigewalt absolut unentschuldbar ist und bleibt. Sicher kann und wird es Notwehr-Situationen geben, keine Frage. Ein psychisch gestörter mit einem Messer jedoch kann wohl schwer eine solche für acht Sonderkommando-Superkrass-Harte-Typen darstellen. Genauso wenig entschuldbar finde ich, wenn auf Demos einzelne rausgepickt werden und dann beamtshandelt werden, bis das Blut spritzt. Egal, was die vorher gemacht haben. Exekutive ist nicht Judikative, und das sollte auch so bleiben.

Titel: „Quis custodiet ipsos custodes?“ – „Wer wird die Wächter selbst bewachen?“ Juvenal, Satire 6, 347 f. Wir auch gerne mit „Wer bewacht die Wächter“ übersetzt.

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