Februar 28

AfD-Sucht bei Bloggern/mir?

Schlecky Silberstein hat einen lesenswerten Beitrag zur Frage, ob man über die Provokationen der Arschkrampen für Doitschland überhaupt berichten soll. Diese Fragestellung gibt es schon lange, ich kenne sie im Zusammenhang mit Selbstmorden (nicht berichten, um keine Nachahmer zu erzeugen) und auch Terror (Aufmerksamkeit in den Medien ist das Ziel der Terroristen). Auch stellen sich Linke normale Leute die Frage, ob man mit Nazis oder Rechten Überzeugungstätern überhaupt öffentlich diskutieren sollte, oder ob man sie damit nur validiert, also ihren Schwachsinn dadurch, dass man ihn für diskutabel hält, aufwertet. Ich glaube, mit bestimmten Leuten kann man nicht diskutieren.  In der taz vom 24.02. war ein Interview mit Mohamed Amjahid, einem Reporter des Zeit Magazins. Er wurde über sein Buch „Unter Weißen“ befragt, und an einer Stelle ging es darum, dass in einer seiner Lesungen ein Reporter des rechtspopulistischen Blattes Compact saß und wie er damit umgehe. Seine Antwort:

Konkret in diesem Fall: ignorieren. Man kann nicht mit jemandem diskutieren, der mich, meinen Körper, mich als Menschen ablehnt. Es kann keine Diskussion geben, wenn jemand sagt: Pack deine Sachen und geh nach Hause.MOHAMED AMJAHID

Ich sehe das ähnlich, also was die Frage angeht, ob man mit echten Nazis noch diskutieren sollte. Mittlerweile denke ich aber auch, das man versuchen sollte, die „angebräunten“ Unentschlossenen mit Argumenten zu versorgen, die vielleicht auch mal eine andere Seite zeigen, als die der AfDemagogen. Ob man dazu auf die Provokationen besagter Demagogen reagieren soll, auch wenn es nur sei, um sie zu widerlegen, habe ich für mich noch nicht abschließend beschlossen. Ich fühle auf jedem Fall mit Schlecky und sehe sein Video als guten Denkanstoß:

 

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Februar 27

Musike am Montag: Die Gerd Show – FKK

Buyaka! Buyaka!

Text:

Liebe Freundinnen und Freunde
der Klasse von 99,
macht euch frei.
Am besten jetzt gleich.
Wenn ich euch einen wichtigen Ratschlag
für euer persönliches Wohlbefinden geben darf,
dann diesen:
Die langfristigen Vorteile von FKK
sind von Wissenschaftlern bewiesen worden.
Der Rest meiner Ratschläge
beruht auf meinen eigenen, persönlichen Erfahrungen.
Hier sind einige Tipps
für jeden Einzelnen:
Lass einfach mal Fünfe grade sein.
Hab Spaß an deinem Körper.
Benutz ihn wann immer es geht.
Treib gemischten Mannschaftssport,
mit Trikottausch, zusammen duschen, und allem Pipapo.
Schwitz.
Geh voll aus dir raus.
Swing.
Im Grunde musst du nur dir selbst treu bleiben.
Wenn du das hingekriegt hast,
verrat mir wie.
Gönn dir was.
Kauf dir im ALDI die Mortadella mit Gesicht;
Das Auge isst mit.
Finde dich gut.
Stell dich bei Familienfotos ganz nach vorn.
Zieh dir’n abgespaceten Fummel an
und stell die Optik auf unendlich.
So fällst du auf
wenn’s mal ’ne Erbschaft zu verteilen gibt.
In 20 Jahren wirst du auf diese Bilder zurückschauen
und dich in einer Weise sehen,
die dir unbegreiflich cool erscheint.
Sei unbestechlich und standhaft.
Gib leere Eierkartons zurück,
und überhaupt:
Kauf nur Eier von antiautoritären Hühnern.
Ob braun oder weiß,
egal, der Charakter zählt!
Schreib Liebesbriefe auf deinen Kontoauszügen
wenn du’s dir leisten kannst.
Damit bist du ganz weit vorne.
Denk immer daran:
Es gibt nichts Wichtigeres als Freundschaft.
Halt an deinen alten Freundschaften fest, pflege sie!
Bemüh dich um immer neue Freunde, so viele wie möglich.
So wirkst du bei Außenstehenden beliebter.
Sei weltoffen.
Wenn’s dir beim Chinesen geschmeckt hat,
lass einen fahren, dass die Kimme föhnt.
Sei selbstbewusst, lass die Wände wackeln.
Das befreit, und ist ein Lob für den Koch.
Also: Lasst Dampf ab, Brothers and Sisters.
Benutze Schnellrestaurants.
Kein lästiges „Bitte“ und „Danke“,
stabile Schnitzelpreise,
der Doppelkorn zieht dir die Falten aus dem Sack.
Schenk der Bedienung ein Lächeln, oder einen Zungenkuss.
Das solltest du beim Kebap-Mann aber vor dem Essen tun.
Geh aus dir raus.
Tanz den Ententanz und ruf laut:
„Hey ho, let’s go!“, oder „Buyaka buyaka!“
Fühl dich sexy dabei, Motherfucker.
Zieh deine Hose nicht sofort wieder an.
Mach die Nacht zum Tag.
Kümmer dich um die Frau deines Nachbarn;
Er hat Schichtdienst.
Geilomat
Mach Dir keine Sorgen.
Alles ist gut.
Du bist gut.
Du bist das Zentrum deines eigenen Kosmos.
Aber halt den Ball flach.
Versuch nicht die Abseitsregel zu erklären,
wenn du selbst keine Ahnung davon hast.
Bleib sauber,
Geruch und Fettfilz unten rum törnen echt ab.
Denk immer daran:
Schmuck ist nicht an jeder Stelle schön.
Und wenn Du damit mal hängen bleibst,
läuten die Glocken zum jüngsten Gericht.
Lass dir keinen einzelnen Schuh andrehen,
kauf immer zwei, die möglichst gut zueinander passen.
Rasier das Gestrüpp von den Beinen und aus den Achseln,
damit du siehst, wie das kommt.
Aber… lass Dir mal’n Schnurrbart stehen,
damit du weißt, was ich meine,
wenn vom „Schenkelbesen“ die Rede ist.
Hau mal so richtig auf die Kacke,
mit allen Schikanen.
Sei kein Mönch,
das Leben ist zu kurz für Abstinenz.
Wenn Du morgens Karussel fährst,
stell einfach ein Bein aus dem Bett,
aber tret nicht in den Eimer.
Respektier das Alter.
Fahr Senioren einfach nach Hause
und gib richtig Kette dabei.
Fahr links.
Lass ordentlich Gummi auf der Straße,
und nimm die Kurven schnittig.
Das imponiert,
und vermittelt eine flotte Lebenseinstellung.
Das Leben is schön!

Text gefunden auf Songtexte.com

Februar 26

Das Wort zum Sonntag: Lupus est homo homini

Flüchtlingssterben im Mittelmeer – Danke, EU!

Es gibt einen Podcast von Metrolaut zum Thema Seenotrettung im Mittelmeer. Dieser Podcast dauert ein bisschen über zwei Stunden und ich kann ihn mehr als empfehlen. Oder auch nicht, wenn ihr nicht an der Frage verzweifeln wollt, warum Menschen aus politischen und monetären Gründen nicht nur in Kauf nehmen, das tausende anderer Menschen leiden und sterben, sondern das auch noch aktiv fördern.

Andererseits sagt auch der gute Dr. Thomas de Maizière in einem Interview: „Trotzdem: Auch wenn wir jetzt einige Wochen ein paar harte Bilder aushalten müssen, unser Ansatz ist richtig.“ In dem Interview ging es um den sogenannten Türkei-Deal. Dieser „Deal“ mit Erdolf Kurdenslayer ist zwar nur ein Teil der Aktionen, die Europäische Länder setzen, um die „Asylantenfrage“ einer „Endlösung“ zuzuführen, aber ich denke, er meinte auch solche Bilder:

(c) dpa / svz.de

oder sowas:

(c) SeaWatch

Ja, wenn man so in seinem Büro sitzt oder gemütlich zu Hause auf dem Sofa, oder gar bei einem leckeren Essen in einem schönen Restaurant, dann „muss man diese harten Bilder mal aushalten“. Wir wollen ja schließlich nicht, dass dieses Asylantenpack uns alles das wegnimmt, das schöne Büro, das bequeme Sofa und so weiter, nicht wahr? Oder das gar jemand von dem PegidAfD-Gelumpe uns nicht wählt, nur mal als Beispiel.

Zitat aus dem Podcast bei 39:38 „Jeder, der an dieser Europäischen Grenze stirbt, ist ein politisch gewollter Toter. So ist das.“ Diesen Satz von Ruben Neugebauer von Seawatch muss man erst mal sacken lassen. Ich möchte Euch den oben angesprochenen Podcast ebenso ans Herz legen wie die Webseite von SeaWatch, guter Startpunkt sind dort die 10 tragischsten Momente 2016, danach kann man eigentlich direkt auf die Spendenseite weiterklicken.

Für alle, die irgendwie keine zwei Stunden für den Podcast haben und auch lieber was mit bewegten Bildern sehen, kann ich diesen Beitrag von DemocracyNOW! empfehlen. Das ist ein Interview ebenfalls mit Ruben Neugebauer, der (auch) noch mal erklärt, warum man solche Bilder wie die da oben zeigen muss.

Because the european society has to acknowledge that kind of picture, because this picture is a result of our policy. It’s a result of the policy to shut down borders and to force people onto that boat. The European Union is using the Mediterranean Sea as its castle ditch (Burggraben) filling it up with dead bodies to scare of those who might come after them.Ruben Neugebauer

Bei 22:25 in dem Video kommt auch mal ein Flüchtling zu Wort, der erklärt, warum er das Risiko auf sich nimmt: „Wenn ich in meinem Land bleibe, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich sterbe, 100%. Wenn ich das hier versuche, vielleicht nur 50%“.

Genug Geschreibsel von mir für Heute. Also: Hört den Podcast, schaut das Video, spendet was, wenn ihr könnt! Für Hintergrundinformationen sei noch dieser Beitrag der Zeit empfohlen, der die Flüchtlingsrouten im April 2016 betrachtet (wirklich schön aufgearbeitet!)

Schönen Sonntag!

PS: Überschrift: Das ganze Zitat aus Asinaria von Plautus lautet „Lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit“ – Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, wenn man sich nicht kennt.

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Februar 23

Alle Wege führen zur Philosophie

There was an idea floating around that continuously following the first link of any Wikipedia article will eventually lead to “Philosophy.” This sounded like a reasonable assertion, one that makes a certain amount of sense in retrospect: any description of something will typically use more general terms. Following that idea will eventually lead… somewhere.Macher*innen von Xefer

Und das haben sie gemacht, es funktioniert in mehreren Sprachen und gibt dann eine Grafik aus, die mich an ein MindMap-Programm erinnert, das ich mal wirklich gerne benutzt habe und dann nie wieder gefunden habe… ich glaube, das hatte auch Java-Issues. Aber zurück zu ARLTP, das ist wirklich schön gemacht und ein nettes Spielzeug.

Gehört in minkorrekt 90: Science not silence!

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Februar 22

Happy Times

Erinnert sich noch wer an die Cannonball-Filme? Also nicht den Quatsch von 1976 mit Carradine, sondern die Klassiker ab 1981 mit Burt Reynolds, Roger Moore, Farah Fawcett, Dean Martin, Sammy Davis Jr. und Frank Sinatra? Auf dem Highway ist die Hölle los (The Canonball Run, Trailer) und  Auf dem Highway ist wieder die Hölle los (The Cannonball Run II, Trailer). Vergessen wir mal den dritten Teil, der hat damit nichts zu tun, der hatte glaube ich nur in Deutschland einen ähnlichen Namen.

Die Bloopers haben Lust gemacht, zumindest den ersten Teil demnächst mal wieder zu sehen, ich kann aber auch beide Trailer empfehlen, die Filme waren wirklich hochkarätig besetzt. Erwähnte ich meine Schwäche für Kino-Trash aus den 80ern?

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Februar 21

Kickstarter-of-the-$timeperiod: Trumpeltroll

Fuckface Trumpeltroll
(c) Chuck Williams

Schönes Kickstarter-Projekt: Der Trumpeltroll aus Kunstharz. Für nur 25$ plus Versand kann man Besitzer dieser ansprechenden Figur werden, zum liebhaben, knuddeln, drauf-herum-stampfen, verkloppen und Voodoo-Benadeln. Wer kann dazu schon nein sagen?

Gefunden bei Schlecky Silberstein, der es von Nerdcore hatte. Nerdcore hat noch viel mehr schöne Bilder, btw!

Februar 20

Wie erkenne ich eigentlich eine wirklich beschissene „Zeitung“?

Das ist ganz einfach:

  1. Das Cover sieht aus wie eine perverse Mischung aus BILD und Bravo
  2. Sie publiziert so etwas:

What the fuck… Jetzt werden die Bekloppten nicht nur in Ihrer Fakebook-Filterblase mit so einer Scheiße überschüttet, sondern finden nun auch eine Bestätigung für Ihre kruden Theorien in dem, was für sie einer „Zeitung“ am nächsten kommt. Und dann wundert man sich, warum die Leute das Trumpeltier oder seine Gegenstücke in Österreich, den rechten Hobby-Alkoholiker aus Kärnten (R.I.P.) und dessen Nachgeburt, Seine Schmierigkeit St. Rache, wählen.

 

UPDATE 21.02.2017: Der Artikel wurde auf der Webseite von OE24 entfernt. Vermutlich war das „nur“ ein sogenannter Höcke, ein Werkzeug der PR, wo man Scheiße verbreitet um a) zu sehen, wie das vom Publikum aufgenommen wird, b) dem ganz blöden Teil seiner Anhänger zu zeigen, dass man sie nicht vergessen hat und c) langsam aber stetig die Grenzen des Sag- und Zeigbaren zu erweitern.

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