Mai 31

Erfreuliches am Freitag (mit Zwiebeln drin): Joko & Klaas machen keinen Quatsch

Die Älteren unter Euch kennen bestimmt dieses Fernsehen, wo man sich nicht aussuchen kann, wann man was schaut. Dort gibt es einen Sender namens Pro7, die anscheinend eine Sendung namens „Joko & Klaas gegen Pro7“ ausstrahlen. Ich kenne die Sendung nicht, scheint mir etwas klamaukig zu sein, aber es gibt sicher schlechteres (vermutlich auch besseres) im Fernsehen.

Wie dem auch sei. In besagter Sendung haben nun Joachim „Joko “ Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf gegen Pr07 gewonnen. Wobei ist hier irrelevant, wichtig ist, dass sie dabei 15 Minuten Sendezeit zur freien Verfügung gewonnen haben, und das auch noch zu einer ordentlichen Sendezeit um 20:15 Uhr.

Wer jetzt die ersten 2-3 Minuten des Video sieht, denkt sicher, seine Befürchtungen, gleich „voll lustig“ bespaßt zu werden, waren berechtigt, allerdings kann ich Euch beruhigen: Dem ist nicht so, sonst würde ich es ja auch nicht erwähnen. Pr07 hat auf ihrer Webseite zu dem Videoclip lediglich geschrieben: „Joko und Klaas wollten ihre Sendezeit an Menschen abgeben, die ihrer Meinung nach gehört werden und gehört bleiben sollen.“ Und das haben die Beiden getan. Zu Wort kommen drei Personen: Pia Klemp, Dieter Puhl und Birgit Lohmeyer. Ich möchte nicht zu viel Spoilern, darum hier das Video:

Ich verbeuge mich vor den beiden Komikern, dass sie diesen Sendeplatz derartig sinnvoll (wie ich finde) genutzt haben. Respekt & Danke dafür! Haltung zeigen und Stellung beziehen, auch wenn man Komiker oder gar Fernsehmacher ist, ist immer wichtig. Wer Reichweite hat und diese nicht nutzt, um Stellung zu beziehen und/oder auf Unrecht in der Welt aufmerksam zu machen, macht sich in meinen Augen mitschuldig.

Keine 15 Minuten Zeit?
Auszug aus dem Artikel im Standard zu dem Video:

Pia Klemp, Kapitänin auf dem beschlagnahmten Rettungsschiff Iuventa 10, erzählte von einem toten Zweijährigen, den sie tagelang in einer Gefriertruhe verwahren musste, weil kein Hafen im Mittelmeer das Schiff mit den Flüchtlingen aufnehmen wollte.

Ebenso nüchtern berichtete Dieter Puhl über seine Hilfe für Berliner Obdachlose und bat, auf sie zuzugehen: „Blendet sie nicht aus.“

Und schließlich sprach Birgit Lohmeyer über ihren zähen Kampf gegen Rechtsextreme in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Aufforderung an alle, die unter Neonazis leiden: „Wehrt euch, lasst euch nicht einschüchtern. Es lohnt sich.“

Quelle: Der Standard

Birgit Lohmeyer ist mit ihrem Mann Veranstalterin des Festivals „Jamel rockt den Förster„, ein Festival „für Demokratie und Toleranz„. Was das ganze um so lobenswerter macht, ist, das Jamel eine Hochburg der Rechtsextremen ist, die dort anscheinend die Macht übernommen haben. Zitat des Bürgermeisters der Großgemeinde: „Wir haben Jamel aufgegeben.“ Zum Dank für Ihr Engagement hat sie von der einen Seite Preise für Zivilcourage bekommen, die andere Seite hat ihr die Scheune abgefackelt.

via KFM, ich habe erst im Zuge der „Recherchen“ für dieses Posting bemerkt, dass anscheinend schon Jeder & sein Bruder darüber berichtet hat, so ist das eben manchmal mit Filterblasen.

Katgeorie:Buch der coolen Leute©, Film & Fernsehen, Freutagscontent, Gründe, auf diesem Planeten zu bleiben | Kommentare deaktiviert für Erfreuliches am Freitag (mit Zwiebeln drin): Joko & Klaas machen keinen Quatsch
Januar 24

Die Unendliche Geschichte 2.0

Ein (für mich) neuer Trailer zu Ready Player One ist da. Er macht das, was bis jetzt jeder neue Trailer dieses Films für mich gemacht hat: Er lässt mich befürchten, dass diese Film das Buch genau so vergewaltigt, wie es die Verfilmung der Unendlichen Geschichte damals gemacht hat. Ich habe heute noch traumatische Erinnerungen daran, wie ich aus dem Kino kam und irgendwas zwischen traurig, verärgert und enttäuscht war (ok, und etwas verknallt in Tami Stronach, aber hej, ich war 12). Wenn ich jetzt die Trailer zu einem meiner aktuellen Lieblingsbücher (ich denke, schon vier oder fünf mal gehört(1)) sehe, überkommt mich das Grausen. Gut, dass ich den Hauptdarsteller Tye Sheridan (Bild) nicht leiden kann, liegt daran, dass er aussieht, wie ein YouTube-Haul & Prank-Video-Affe, der ohne sein Handy nicht höher als Zehn zählen kann. Aber dafür kann ja der Drehbuchautor nix. Aber abgesehen davon (wobei ich den wirklich so richtig Kagge finde) scheint mir viel Zeit für dazugedichtete reißerische Action draufzugehen und es beschleicht mich das Gefühl, dass es so ein bisschen wie diese Szene in Herr der Ringe mit den Ringgeistern ist, die irgendwen auf eine Fähre oder so hetzen, was auch nur sinnlose Action war und mit dem Buch nichts zu tun hatte. Ist ziemlich am Anfang und hat mich damals im Kino das Allerschlimmste befürchten lassen. War dann aber nicht so schlimm, nur scheint mir das hier einen signifikanteren Teil des Films auszumachen.

Schaut Euch den Trailer an, wenn Ihr das Buch kennt, würde mich interessieren, ob es Euch ähnlich geht wie mir.

(1) Allerdings die Audible Version, die von Martin Bross gelesen wurde, die es anscheinend nicht mehr zu kaufen gibt. Ich hoffe mal, dass mir die alte nicht gelöscht wird, noch habe ich sie auf meinem Handy…

Inspriert von diesem Posting im Fernsehersatz.