März 4

Was mache ich mit meinem Smartphone, wenn ich in einen Überwachungsstaat einreise?

Vice hat einen Artikel dazu geschrieben und ein Video gedreht:

Leider kann ich das Video nicht vernünftig(er) einbinden, aber mit dem Twitter-Gelöt sollte es dennoch gehen.

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März 3

Wenn Sie das gelesen und verstanden haben, klicken Sie auf OK

Vor Jahren… vielen Jahren.. habe ich mal einen CAD-Kurs besucht. In diesem Kurs wurde DOGS verwendet (hier hat jemand die 5 1/4″-Disketten-Version ausgegraben, ich bilde mir ein, ich hätte meine Version damals(tm) sogar schon auf 3,5″-Disketten bekommen). *soifz*… wie dem auch sei: Was mir an diesem Programm in Erinnerung geblieben ist, ist der Text am Ende einiger Fehlermeldungen:

Wenn Sie diese Meldung gelesen und verstanden haben, klicken Sie auf OK.DOGS

Ich weiß noch, wie ich mich damals darüber gefreut habe 🙂 Jetzt, lumpige *hust*25*hust* Jahre später, wurde ich durch einen Artikel, der auf Twitter an mir vorbeirauschte, wieder daran erinnert.

In diesem Artikel geht es um eine Norwegische Webseite, die versucht, ihre Kommentarkultur auf einem gewissen Niveau zu halten. Die Webseite NRKbeta richtet sich an Techies bzw. handelt es sich sozusagen um die Technik-Rubrik der Staatlichen Rundfunkanstalt NRK. Normalerweise haben sie das Problem nicht, dass ihr Kommentare sich in Richtung Fakebook- oder Youtube-Niveau bewegen würden. Anders wird das wohl dann, wenn Artikel von ihnen auch auf der Startseite der NRK verlinkt werden, dann schwemmt es haufenweise besagte Fakebooker in ihre Richtung und die toben sich dann in altbekannter Manier in den Kommentaren aus. (Dramatisierte Schilderung). Was sie nun, vorerst im Beta-Test gemacht haben, ist, einen Multiple-Choice-Test quasi vor die Kommentarfunktion zu setzen. Sie wollen damit sicherstellen, dass der klassischen Wutbürger mit Schnappatmung den Artikel auch liest, bevor er seinen Senf dazu abgibt. Begonnen hat das wohl in einem Artikel über neue Gesetze zur Überwachung von Internet-Verkehr. (Das scheint auch die einfache Fassung zu sein, wenig Text, viele Bilder…)

Wenn man nun am Ende des Artikels kommentieren möchte, stößt man auf folgendes:

Google-Translated, daher evtl. sinnbefreit.

Hier geht es jetzt nicht darum, nur Experten zuzulassen, was dann wohl auch gegen Free-Speech und so verstoßen würde, sondern nur ums sinn-erfassende Lesen (Hah! PegidAfD-Gelumpe kann man damit also doch ausschließen!). Alle Fragen werden im Artikel auch beantwortet. Sie sagen, dass es zwei Gründe hat:

We thought we should do our part to try and make sure that people are on the same page before they comment. If everyone can agree that this is what the article says, then they have a much better basis for commenting on it.Ståle Grut @stalebg

und

If you spend 15 seconds on it, those are maybe 15 seconds that take the edge off the rant mode when people are commenting,Marius Arnesen @anarkistix

Ich finde den ersten Punkt wichtiger als den zweiten, aber beide valide. Was mich seitdem nicht mehr loslässt ist der Gedanke, dass so ein System ideal für Volksabstimmungen wäre. Nur wer vorher ein paar Verständnisfragen beantworten kann, darf auch abstimmen.

Das Konzept einer Demokratie setzt meiner Meinung nach voraus, das informierte Bürger sich für oder gegen etwas entscheiden bzw. etwas wählen können. Hier liegt der Hund begraben. „Informierte“ Bürger. Wenn man Interviews mit Trump-Wählern oder den Fans von Bernd Höcke und Frau Kepetry sieht, drängt sich schon der Eindruck auf, dass es hier mit dem Informiert-Sein nicht so weit her ist.

Mit so einer Vorabfrage bekommt man vielleicht keine besseren Ergebnisse, aber man könnte damit so etwas wie die Nummer nach dem Brxit-Votum verhindern, wo die Leute nachdem die Wahlergebnisse bekannt wurden, angefangen haben, mal zu googeln, um was es da eigentlich ging. Ich fände das gut. Man einigt sich auf eine sachliche Information zu dem Thema, die liegt auch in der Wahlkabine auf. Der Computer spuckt den Wahlzettel zum händischen Ausfüllen (ja, eh, Wahlcomputer stinken) nur aus, nachdem der Bürger seine Informiertheit bewiesen hat. Wo die FPÖ bzw. die AfD über 10% gekommen ist, kann man ja dann noch die Option einbauen, dass die Muppets einem was zum Thema vorsingen oder so. Multimedia zur Inklusion von Nazis muss ja nichts schlechtes sein, man hat ja auch einen Bildungsauftrag.


Hier sucht übrigens wer noch nach der Software DOGS.

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Februar 28

AfD-Sucht bei Bloggern/mir?

Schlecky Silberstein hat einen lesenswerten Beitrag zur Frage, ob man über die Provokationen der Arschkrampen für Doitschland überhaupt berichten soll. Diese Fragestellung gibt es schon lange, ich kenne sie im Zusammenhang mit Selbstmorden (nicht berichten, um keine Nachahmer zu erzeugen) und auch Terror (Aufmerksamkeit in den Medien ist das Ziel der Terroristen). Auch stellen sich Linke normale Leute die Frage, ob man mit Nazis oder Rechten Überzeugungstätern überhaupt öffentlich diskutieren sollte, oder ob man sie damit nur validiert, also ihren Schwachsinn dadurch, dass man ihn für diskutabel hält, aufwertet. Ich glaube, mit bestimmten Leuten kann man nicht diskutieren.  In der taz vom 24.02. war ein Interview mit Mohamed Amjahid, einem Reporter des Zeit Magazins. Er wurde über sein Buch „Unter Weißen“ befragt, und an einer Stelle ging es darum, dass in einer seiner Lesungen ein Reporter des rechtspopulistischen Blattes Compact saß und wie er damit umgehe. Seine Antwort:

Konkret in diesem Fall: ignorieren. Man kann nicht mit jemandem diskutieren, der mich, meinen Körper, mich als Menschen ablehnt. Es kann keine Diskussion geben, wenn jemand sagt: Pack deine Sachen und geh nach Hause.MOHAMED AMJAHID

Ich sehe das ähnlich, also was die Frage angeht, ob man mit echten Nazis noch diskutieren sollte. Mittlerweile denke ich aber auch, das man versuchen sollte, die „angebräunten“ Unentschlossenen mit Argumenten zu versorgen, die vielleicht auch mal eine andere Seite zeigen, als die der AfDemagogen. Ob man dazu auf die Provokationen besagter Demagogen reagieren soll, auch wenn es nur sei, um sie zu widerlegen, habe ich für mich noch nicht abschließend beschlossen. Ich fühle auf jedem Fall mit Schlecky und sehe sein Video als guten Denkanstoß:

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Februar 14

Trump vs. Truth: Last Week Tonight with John Oliver (HBO)

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Das Video ist wirklich großartig!

Hier ein paar Anmerkungen:

#45 spricht bei 5:17 von einem „GDP below Zero“. Das ist, wie Oliver richtig bemerkt, so gut wie unmöglich. Ich vermute, #45 hat irgendwo die Grafik gesehen, dass das der Zuwachs des GDP unter Obama zu ersten Mal nicht gewachsen sondern geschrumpft ist. Das steht auch auf der Homepage der Weltbank so zu lesen. Dort kann man sehen, dass das auch 1974, 1975, 1980, 1982 und 1991 so war und nicht nur 2008 und 2009. Schaut man sich das tatsächliche GDP (Gross Domestic Product, Bruttoinlandsprodukt) an, sieht man, dass es 2008 und 2009 zwar nicht gewachsen ist, aber mit 14.719 und 14.419 Mrd. US-Dollar durchaus nicht negativ war.

Ab 7:37 spricht Oliver von „Nuclear Triad“. Er kommt zwar später darauf zu sprechen, was das ist, aber nur kurz in einem Werbespot, den er #45 zeigen will, indem er ihn auf den Sendern bucht, die #45 anscheinend regelmäßig schaut. Nuclear Triad ist das Konzept, sein Atomwaffenarsenal so aufzuteilen, dass der Gegner bei einem Angriff nicht alle zerstören kann und damit noch die Möglichkeit eines Vergeltungsschlages besteht, was die Abschreckung erhöhen soll. Ich habe nur einen englischen Wikipedia-Artikel gefunden, aber im Grunde geht es um Atomwaffen in Form von Interkontinental-Raketen, Fliegerbomben und als Raketen, die von U-Booten abgeschossen werden.

Ab 8:20 geht es darum, das #45 sein Briefing offensichtlich über morgendliche Fernsehprogramm bekommt. Fefe hatte da im Januar schon mal auf diesen Artikel in der Washington Post verlinkt, die einen Zusammenhang zwischen #45’s Tweets und dem Programm einiger Sender hergestellt haben. So sad. But true.

10:40 kommen ein paar Stories von der Naziplattform Breitbart-News. Falls jemand glaubt, das wären gefälschte Titel: Nope.

Achtung, Nazi-Propaganda-Links ahead:

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Februar 5

Das Wort zum Sonntag – Trumpel vs. Migranten

When he first announced it, he said ‘Muslim ban.’ He called me up. He said, ‘Put a commission together. Show me the right way to do it legally.’”Rudy Giliani

Das Trumpeltier ist derzeit mit seinem „Moslem-Bann“ in allen Nachrichten. Er hat Einreisebeschränkungen und mehr gegen sieben Länder mit überwiegend islamischer Bevölkerung verhängt, einige Menschen sind im Transit gestrandet, nette Leute demonstrieren dagegen, die Presse ist voll mit traurigen Geschichten und betroffenen Gesichtern.

Dieses Vorgeplänkel nur, um den Rahmen für das Folgende zu setzen, wenn das hier jemand irgendwann später ohne Kontext liest (oder überhaupt).

Ich denke, wir können es als etabliert ansehen, dass das eine weitere Scheiß-Idee von dem ohnehin nicht mit besonders duften Eingebungen gesegneten Trumpel ist.

Aber: Trumpel wollte meiner Meinung nach nie irgendwelche „Gefährder“ aus seinem Land fernhalten sondern „lediglich“ seine Wahlkampfversprechen gegenüber seinen Wählern umsetzen und nebenbei noch mal zeigen, wo und gegen wen der Kreuzzug gehen wird. Warum ich das glaube? Schauen wir mal auf diese kleine Übersicht:

via Fefe/Imgur/ironophile

Klingt komisch, ist aber so.

Wenn man sich das Video anschaut, das bei diesem Beitrag am Anfang eingebettet ist, bekommt man einen guten Eindruck davon, wie die Entourage vom Trumpeltier so drauf ist und was für Leute ihm da einflüstern. Mein Fresse O.O Lesen Sie weiter

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